Fahrbericht Porsche Cayenne Facelift Leichtfüßiger Elefant

Der Porsche Cayenne kostet nach dem Facelift mindestens 66 260 Euro.

(Foto: WGO)

Porsche hat den Cayenne überarbeitet und das Motorenangebot gestrafft. Obwohl echte Innovationen ausbleiben, ist er eines mehr denn je: der Sportwagen unter den SUVs.

Von Georg Kacher

Die Nachfrage nach klassischen Sportwagen ist seit Jahren rückläufig. Elfer, Cayman und Boxster sind zwar beim sportlichen Image top, aber bei Volumen und Profit eher mau. Möglicherweise muss Porsche die Entwicklung demnächst sogar durch sportliche Crossovermodelle und große Fünfsitzer vom Schlag eines Panamera subventionieren. Dass ein solcher Paradigmenwechsel durchaus Sinn haben kann, beweisen nicht nur die rund 580 000 bislang verkauften Cayenne-Geländewagen, sondern auch der Run auf den kaum billigeren aber in der Herstellung deutlich günstigeren Macan.

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Doch Vorsicht - die hohen Erträge sollten auch in neue Technologien reinvestiert werden. So gesehen ist das Innovationspotenzial des modellgepflegten Cayenne relativ bescheiden. Der Wagen wiegt so viel wie der zu schwere Vorgänger, das nachgebesserte Angebot an Assistenzsystemen muss ohne echte Highlights und ohne Head-up-Display auskommen, das Bedienkonzept bedarf dringend der Erneuerung, und selbst der aufgewertete V8-Diesel scheitert an der EU6-Abgasnorm.

Sportwagengene im massigen SUV-Körper

Trotz dieser Einschränkungen vermittelt die dritte Cayenne-Generation immer wieder ein begeisterndes Fahrerlebnis. Vor allem die Agilität auf kurvigen Strecken, über Kuppen und durch Senken sowie auf unebenem und rutschigem Belag erzeugt einen Aha-Effekt nach dem anderen. Nachteile wie besagtes Gewicht von über zwei Tonnen, der hohe Schwerpunkt und die Trägheit der Massen werden mit spielerischer Leichtigkeit relativiert, manchmal sogar neutralisiert. Statt dem Fahrer durch frühes Untersteuern, abenteuerliche Schräglagen und indifferentes Handling den Schneid abzukaufen, setzt der Cayenne III mit seiner leichtgängigen Lenkung, der spontan zupackenden Bremse und der Klettverschluss-Radaufhängung wichtige Vertrauen bildende Maßnahmen.

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Es klingt abgedroschen, aber die Porsche-Techniker haben es tatsächlich geschafft, wesentliche Sportwagen-Gene fast unbeschadet in den massigen SUV-Körper zu verpflanzen, der fast jeden Kurvenradius flink und trittsicher durcheilt. Den Zugewinn an Präzision verdankt der Kunde der geänderten Feder-Dämpfer-Abstimmung, den neuen mehrteiligen Lagern an Vorder- und Hinterachse sowie den maßgeschneiderten Sommerreifen, die vor allem als 21-Zöller wie ein Cocktail aus Kaugummi und Baumharz auf dem Asphalt kleben. Das optionale PASM-Verstellfahrwerk hat in der Komfortstufe an Geschmeidigkeit zugelegt, die ebenfalls aufpreispflichtige Luftfederung gefällt durch die Vierrad-Niveauregulierung und die auf Knopfdruck bei geöffneter Heckklappe um knapp fünf Zentimeter absenkbare Ladekante.