Fahrbericht Mini Cooper:So neu und doch so bekannt

Im Mini Cooper steckt jetzt nur noch ein aufgeladener Dreizylinder, aber in seinem Wesen ist sich der Kleinwagen treu geblieben. Mehr noch: Er macht vieles besser als sein Vorgänger.

Von Stefan Grundhoff

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Der neue Mini Cooper F56

Quelle: STG

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Im Mini Cooper steckt jetzt nur noch ein aufgeladener Dreizylinder, aber in seinem Wesen ist sich der Kleinwagen treu geblieben. Mehr noch: Er macht vieles besser als sein Vorgänger.

Der Modellwechsel bringt dem Mini, der jetzt das werksinterne Kürzel F56 trägt, eine völlig neue Motorenpalette. Beispiel Mini Cooper: Hier ersetzt ein 1,5-Liter-Turbomotor den bisherigen 1,6-Liter-Sauger. Klassisches Downsizing, das aber mit besseren technischen Daten einhergeht. Statt wie bisher 122 stehen im neuen Mini Cooper 136 PS auf dem Datenblatt. Zudem steigt das maximale Drehmoment von 160 auf 220 Nm. Kurzzeitig sind es im Overboost sogar 230 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt laut Hersteller in 7,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Der Vorgänger brauchte 9,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und war maximal 203 km/h schnell. Zudem soll der Neue im Schnitt nur 4,5 Liter verbrauchen - 0,9 weniger als der bisherige Mini Cooper.

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Was sich auf dem Papier andeutet, bestätigt sich auf der ersten Probefahrt. War der Vorgänger in Sachen Antrieb noch ein eher gemütlicher Geselle, legt der Neuling nach einer kurzen Anfahrschwäche sehr munter los. Kein Wunder, schließlich liegt das maximale Drehmoment bereits bei 1.250 Umdrehungen an und bleibt bis 4.000 Touren erhalten. Der Motorklang wirkt allenfalls beim Anfahren unrund. Dreht man den Dreizylinder fleißig, hört er sich durchaus ordentlich an. Sportliche Fahrernaturen würden sich jedoch etwas mehr Getöse vom Auspuff wünschen. Zum munteren Wesen des Mini Cooper passt das knackige Sechsgang-Schaltgetriebe.

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Doch nicht nur längs-, auch querdynamisch hat der neue Mini Cooper zugelegt. Der Zuwachs macht sich beim Fahrverhalten angenehm bemerkbar, der 1160 Kilogramm schwere Fronttriebler durchfährt Kurven souveräner als bisher. Die Lenkung ist angenehm direkt, ohne zu spitz angestimmt zu sein, die Bremsen packen kraftvoll zu. Zudem verfügt der neue Mini über unterschiedliche Fahrprogramme, die sein Temperament beeinflussen. Im "Green"-Modus steht Spritsparen im Vordergrund, bei der "Mid"-Abstimmung geht es um Ausgewogenheit und die "Sport"-Einstellung strafft Lenkung sowie Fahrwerk und verpasst dem Mini Cooper eine direktere Gasannahme.

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Zum Raumwunder mutiert der britische Kleinwagen in diesem Leben nicht mehr. Im Fond fühlen sich allenfalls Menschen mit unter 1,60 Meter Körpergröße wohl. Auch der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 211 Litern etwas kleiner als bei der Konkurrenz. Vorne passt das Platzangebot dagegen, zudem sind die optionalen Sportsitze bequem und bieten endlich genügend Oberschenkelauflage.

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Der Innenraum des neuen Mini präsentiert sich im Vergleich zum Vorgänger deutlich aufgewertet, Schalter und Bedienflächen fassen sich besser an. Im Fokus steht weiterhin das Multifunktionsdisplay in der Mitte des Armaturenbretts, allerdings sind der Tacho und der etwas zu kleine Drehzahlmesser nun von dort hinter das Lenkrad gewandert - und damit dorthin, wo sie hingehören. Zudem gibt es endlich einen vernünftigen Lichtschalter und ein von Konzernmutter BMW entliehenes Touch-Bedienmodul für Entertainment, Navigation, Fahrerassistenzsysteme und Einstellungen aller Art. Neu ist auch der große LED-Ring um das Multifunktionsdisplay mit seinen farbenfrohen Illuminationen. Eine nette Spielerei, die man aber auch abschalten kann.

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In puncto Assistenzsysteme hat der neue Mini deutlich zugelegt. LED-Scheinwerfer, Einparkautomatik, Abstandstempomat, Kollisionswarnung, Rückfahrkamera oder Verkehrszeichenerkennung - da bleiben wenig Wünsche offen. Hinzu kommt das Head-Up-Display, das die wichtigsten Informationen auf eine ausfahrbare Scheibe im Blickfeld des Fahrers projiziert. Allerdings kosten fast alle Assistenzsysteme und Komfortextras wie etwa ein Navigationssystem, das Infotainmentsystem "Mini Connected" oder die beliebten Individualisierungspakete teils empfindliche Aufpreise.

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Der Einstiegspreis von 19.700 Euro muss also fast zwangsläufig nach oben getrieben werden, denn in seiner Basisausstattung bietet der Mini Cooper kaum Annehmlichkeiten. Das gilt übrigens auch für die anderen Varianten, die noch einmal teurer sind. Die 116 PS starke Dieselversion Mini Cooper D startet bei 21.450 Euro, der Cooper S mit einem 192 PS starken Zweiliter-Vierzylinder-Turbo von BMW liegt bei mindestens 23.800 Euro. Auch bei der selbstbewussten Preisgestaltung ist sich der Mini also treu geblieben.

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Erstmals teilt sich der Mini seine Plattform mit BMW-Modellen, zum Beispiel mit dem auf dem Genfer Autosalon 2014 debütierenden BMW 2er Active Tourer oder dem kommenden 1er, die damit ebenfalls über Frontantrieb verfügen. Das macht es zudem für Mini einfacher, weitere Ableger des Kleinwagens zu entwickeln. Ein Fünftürer steht demnach ebenso bereits in den Startlöchern wie ein Kombi, der weiterhin "Clubman" heißt. Das Cabrio und der Countryman sind ebenso fest eingeplant und werden in Kürze folgen. Weitere Derivate sind nicht ausgeschlossen, immerhin gibt es aktuell noch das Coupé, den Roadster oder den Paceman, die vorerst weiter unverändert angeboten werden. Zudem soll Mini einen Van planen, der noch noch in diesem Jahr erscheinen könnte.

© SZ.de/press-inform/hart/reek
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