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Erdgas-Marathon (2):Feuer und Flamme

Ein Auto, 14 Gastanks und 20.000 Kilometer von Berlin nach Bangkok. Die ersten Erfahrungen sind gemacht: An den Erdgastankstellen im wilden Osten geht es abenteuerlich zu.

Rainer Zietlow und der Fotograf Franz Janusiewicz haben die erste große Etappe ihres Erdgas-Marathons nach Shanghai und Bangkok geschafft. Sie fuhren von Berlin aus an der 2750 Kilometer langen Sojus-Erdgaspipeline entlang. Im russischen Orenburg kurz vor der Grenze zu Kasachstan knallten die Sektkorken: Das erste Etappenziel war erreicht.

Erdgas-Marathon

Die Fahrt entlang der 2750 Kilometer langen Sojus-Erdgaspipeline führt natürlich auch durch Moskau.

(Foto: Foto: Pressinform)

In Orenburg befindet sich eines der größten Erdgasfelder der Welt. Ein Drittel des russischen Erdgases für Europa wird hier gefördert. "Die Ankunft am späten Abend war atemberaubend: Schon lange vor der Stadt erhellen turmhohe Erdgasfackeln mit ihrem Feuerschein die Nacht", so Rainer Zietlow.

Gefährlich: undichte Zapfanlagen

Der Weg nach Orenburg war allerdings kein Kinderspiel. Schon der erste Tankstopp nach Deutschland in der Ukraine wurde zum bisher größten Schock der Erdgas-Tour. "Ein Gummiring der Zapfanlage war undicht, und Erdgas ist über das Notventil ausgetreten. Zum ersten Mal sah ich, wie so ein blauer Erdgasstrahl aussieht, der mit einem Druck von 200 bar heraus schießt", beschreibt Zietlow die Schrecksekunde.

Ein Funke oder eine glimmende Zigarette hätte in diesem Moment verheerende Folgen haben können. "Die Leute von der Tankstelle haben die Anlage zum Glück sofort abgestellt und den Dichtungsring repariert. Dann konnten wir endlich tanken."

Auch die Erdgastankstellen im hintersten Winkel Russlands sind nicht gerade einladend. "Die Leute trauen ihren Kunden nicht über den Weg. Jede Zapfsäulen-Box ist mit Betonmauern ummantelt. Beim Tanken ist Selbstbedienung angesagt. Der Tankwart sitzt in seinem Kabuff hinter Panzerglas und nimmt mürrisch das Geld entgegen", erzählt Zietlow. In Russland fahren vor allem riesige und uralte Lastwagen mit Erdgas. Die Tanks sitzen hinter der Fahrerkabine und auf der Ladepritsche.

Für zahllose Schrecksekunden sorgten immer wieder die katastrophal schlechten Straßen in Russland. "Manchmal hebt es unseren VW Caddy an der Hinterachse richtig hoch, und er knallt seitlich versetzt wieder auf die Piste. Bislang hatten wir aber zum Glück nur einen Reifenplatzer", sagt Rainer Zietlow. An Bord haben die Weltenbummler nur einen Ersatzreifen. Wenn es geht, flicken sie kaputte Pneus mit Dichtungsmasse.

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Im wilden Osten