Energiesparen mit dem Plug-in-Hybrid:Der BMW 330e verbraucht weniger als ein Diesel

BMW 330e Plug-in-Hybrid

Der BMW 330e ist ein Plug-in-Hybrid. Er verfügt über einen Benzin- und einen Elektromotor, die Batterie lässt sich extern aufladen.

(Foto: BMW Group)

Benziner, Plug-in-Hybrid oder Elektroauto? In einer dreiteiligen Testreihe wollen wir herausfinden, welches Antriebskonzept das sparsamste ist und mit welcher Technologie sich die Verbrauchswerte der Hersteller auch im Alltag erreichen lassen. Spurtvermögen, Federungskomfort oder die Eigenschaften des Innenraums spielen bei diesen Tests keine große Rolle. Es geht allein um möglichst energiesparendes Vorankommen. Die Testrunde beinhaltet Stadt-, Überland- und Autobahnpassagen zu etwa gleichen Teilen. Diesmal soll der BMW 330e zeigen, ob ein Plug-in-Hybrid auch bei einer Fahrt weit über die elektrische Reichweite hinaus zum Sparmobil taugt.

Test von Michael Neißendorfer

Ein Spritsparfetischist will wissen, ob sich die Anschaffung eines Plug-in-Hybrids lohnen kann. Und geht mit einem BMW 330e auf eine Runde, die er mit zurückhaltendem Gasfuß fährt, ohne aber zum Verkehrshindernis zu mutieren.

Die Scheinwerfer sind an, die Klimaanlage ebenso. Auf Sicherheit und Komfort sollen und wollen die meisten Autofahrer trotz aller Sparbemühungen nicht komplett verzichten.Maximal 2,1 Liter Kraftstoff soll der BMW mit Ladestecker laut NEFZ-Messung verbrauchen und bis zu 40 Kilometer rein elektrisch schaffen.

Schon mit dem ersten Auto, einem VW Polo Baujahr 1989, ist Spritsparen eine Art Hobby geworden. Acht Liter glatt hätte der 1,3-Liter-Motor laut damaliger Norm verbrauchen sollen. Der Rekord waren 5,9 Liter auf 100 Kilometer, knapp ein Viertel unter dem Prüfstandswert. Den Abiturienten-Geldbeutel hat es gefreut.

27 Jahre ist es nun her, dass dieses Auto vom Band rollte. Seitdem sind Motoren effizienter geworden, die Messnormen wurden mehrmals überarbeitet. Aber auch die Tricks der Hersteller, um die Prüfstandswerte auf ein Minimum zu drücken, wurden immer ausgefeilter. Da werden unter anderem Fugen abgeklebt, Toleranzen abgezogen, die Motorsteuerung wird angepasst, der Luftdruck in den Reifen erhöht. Der Normverbrauch nach NEFZ, wie ihn Hersteller bei ihren aktuellen Modellen angeben (Details dazu hier), sei deshalb im Alltag nicht zu erreichen, sagen Kritiker.

Realitätsfremde Werte beim Plug-in-Hybriden

Bei Plug-in-Hybridautos ist die Abweichung zwischen Norm und Realität technologie- und messverfahrenbedingt besonders hoch. Denn die Teilzeitstromer durchfahren den NEFZ-Zyklus zweimal: einmal mit vollständig geladener Batterie, somit rein elektrisch, und einmal mit leerer Batterie. Die Ergebnisse werden über eine umständliche Formel kombiniert. Heraus kommen Werte, die mit dem Alltag der meisten Plug-in-Fahrer nicht viel gemeinsam haben dürften. Wer nur kurze Pendlerstrecken fährt und regelmäßig nachladen kann, dürfte so ein Fahrzeug komplett ohne Sprit bewegen. Wer hauptsächlich Langstrecken fährt, wird den Normverbrauch deutlich überbieten.

Ein Spritsparfetischist will wissen, ob sich die Anschaffung eines Plug-in-Hybrids lohnen kann. Und geht mit einem BMW 330e auf eine Runde, die er mit zurückhaltendem Gasfuß fährt, ohne aber zum Verkehrshindernis zu mutieren. Die Scheinwerfer sind an, die Klimaanlage ebenso. Auf Sicherheit und Komfort sollen und wollen die meisten Autofahrer trotz aller Sparbemühungen nicht komplett verzichten.

Die Autobahn treibt den Spritverbrauch nach oben

In der Innenstadt klappt das laut- und benzinlose Dahingleiten tatsächlich wunderbar. Doch nach zwölf Kilometern verlangt das erste Beschleunigen auf der Autobahn nach der Antriebskraft des Verbrenners. Mit dem Effekt, dass der Bordcomputer etwa 50 Kilometer mit durchschnittlich 130 km/h später 4,9 Liter Verbrauch je 100 Kilometer anzeigt.

Der Akku ist nun weitgehend leer. Dank Rekuperation, die beim Bremsen und Verzögern Energie zurückgewinnt, steht dennoch weiterhin genug Kraft für den Elektromotor bereit, damit dieser beim Beschleunigen und Segeln unterstützend mitwirken kann.

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