Energiesparen mit dem Elektroauto:Im Stadtverkehr fühlt sich der Leaf am wohlsten

Im bald folgenden Stop and Go der Innenstadt zeigt sich, dass Elektroautos für die Stadt gemacht sind: Der durchschnittliche Stromverbrauch liegt laut Bordcomputer nun wieder bei 16,3 kWh je 100 Kilometer. Nach 130 Kilometern erreicht der Leaf das Ziel, der Energiegehalt des Akkus würde für weitere 33 Kilometer reichen. Die NEFZ-Angabe des Herstellers wurde damit zwar um knapp 90 Kilometer verfehlt, allerdings war das angesichts der längeren Autobahn-Etappe zu erwarten. Bei einem nur im Stadtverkehr durchgeführten Test hätte der Leaf die bei Fahrtbeginn angezeigten 212 Kilometer wohl tatsächlich erreicht.

Da leider die Möglichkeit fehlt, den tatsächlichen Energieverbrauch beim Nachladen zu ermitteln, müssen die Daten aus dem Bordcomputer genügen, um die Kosten zu ermitteln: 86 Prozent der Batteriekapazität hat der Leaf auf der 130-Kilometer-Runde verloren, was einem Verbrauch von 25,8 Kilowattstunden entspricht. Bei zugrunde gelegten 28 Cent je Kilowattstunde Ökostrom belaufen sich die Energiekosten auf 5,56 Euro je 100 Kilometer, auf denen umgerechnet 19,85 kWh verbraucht wurden.

Ladeverluste erhöhen den Stromverbrauch

Der tatsächliche Stromverbrauch eines Elektroautos liegt wegen Ladeverlusten auf dem Weg von der Steckdose in den Akku allerdings um einiges höher. Die Gründe für das Defizit sind vielfältig: Die Akkutemperatur spielt eine Rolle, ebenso die Längen und Querschnitte der verwendeten Ladekabel. Auch die Art des Ladens kann die Effizienz eines Elektroautos beeinträchtigen - eine Schnellladung verursacht einen höheren Verlust als eine mehrstündige Normalladung.

Einer Studie und Erfahrungswerten von Stromer-Fahrern zufolge betragen die Ladeverluste bei Elektroautos zwischen zehn und 30 Prozent. Den Mittelwert davon auf die Energiekosten der Testrunde aufgeschlagen, ergeben sich ungefähr 6,70 Euro je 100 Kilometer. Dafür bekommt man an Tankstellen aktuell knapp 6,5 Liter Diesel oder etwa 5,3 Liter Benzin. Der Leaf ist somit zwar sparsamer unterwegs als viele Benziner. Vergleichbare Diesel sind aber wohl meist die schonendere Variante für die Geldbeutel. Nicht aber für die Umwelt - das hat spätestens Diesel-Gate gezeigt.

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