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Elektromobilität:"Das Elektroauto hat seinen schlechten Ruf zu Unrecht"

Gestartet ist Strominator 2016 in Leipzig. Geholfen hat ein kommunales Förderprogramm: Firmen, die E-Fahrzeuge leihen, erhalten in Leipzig einen Mietzuschuss von bis zu 70 Prozent. "Das hat uns sehr geholfen", sagt Moeller, der inzwischen 130 Fahrzeuge an acht verschiedenen Standorten in Deutschland anbietet. Im Fuhrpark befinden sich neben Premiummodellen von Tesla auch Kleinwagen wie der Renault Zoe oder der BMW i3, die man notfalls auch an einer Haushaltssteckdose laden kann. "Das Elektroauto hat seinen schlechten Ruf zu Unrecht", findet er. "Jeder, der am Tag bis zu 200 Kilometer fährt, wird damit glücklich."

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Doch was ist mit allen anderen Kunden? Mit Urlaubern, die einen Roadtrip ins Grüne planen? Oder mit Geschäftsreisenden, die beruflich quer durchs Land fahren? Auch hier versucht Moeller bestehende Ängste zu relativieren. Bis jetzt sei noch niemand liegen geblieben; und beim reichweitenstarken Tesla seien solche Befürchtungen eh unbegründet. Bei kleineren Modellen müsse man eben entsprechend planen. "Aber genau dafür bekommen unsere Kunden ja einen Crashkurs."

Der E-Auto-Verleiher versteht sich als Türöffner

Überhaupt seien es weniger die klassischen Mietwagen-Kunden, die bei Strominator buchten. "Zu uns kommen Leute, die sich einen Tesla für ein verlängertes Wochenende oder eine Hochzeit ausleihen", sagt Moeller. Oder Besitzer eines Benziners, die ein E-Auto mal ausprobieren möchten. Er verstehe sich als "Türöffner" für diejenigen, die E-Mobilität im Alltag testen wollten. Die Nachfrage sei gut, betont Moeller, wenngleich er keine konkreten Zahlen nennt. Ganz billig sind die Stromer nicht. Wer etwa einen elektrischen Smart für 48 Stunden mietet, zahlt 89 Euro pro Tag. Bei einer Monatsmiete fällt die Tagesrate auf 18 Euro. Einen Tesla gibt es bei Strominator für 249 Euro am Tag.

Die großen Anbieter scheinen das Potenzial zu erahnen, das von der E-Mobilität ausgeht - auch wenn sie selbst bislang kaum Stromer anbieten. So will Sixt 2018 den Bestand an E-Autos deutlich erhöhen. "Darüber hinaus wird Sixt auch selbst in den Ausbau von Ladeinfrastruktur an seinen Standorten investieren", heißt es. Hertz spricht zumindest bei Geschäftskunden von einem wachsenden Interesse. Viele Betriebe spielten mit dem Gedanken, ihre Flotten mit Elektroautos auszustatten.

"Dieselben Probleme wie vor zwei, drei Jahren"

"Niemand geht über dieses Thema einfach hinweg", meint auch Michael Brabec, Sprecher des Bundesverbands der Autovermieter. Er schätzt, dass in der Bundesrepublik etwa tausend E-Autos vermietet werden, inklusive Carsharing. "Wir haben aber immer noch dieselben Probleme wie vor zwei, drei Jahren." Er spielt vor allem auf geringe Akku-Laufzeiten und fehlende Ladesäulen im ländlichen Raum an. "Wenn sich dieses Geschäftsmodell lohnen würde, dann wäre es unlogisch, es nicht zu verfolgen", sagt Brabec. "Aber einen Tesla für 300 Euro am Tag vermieten - das muss man erst mal durchhalten."

Bei billiger-mietwagen.de wollen die Verantwortlichen die Situation am Markt beobachten. Wenn sich die Zahl der angebotenen Mietwagen erhöhe, könne man sich eine spezielle Suchfunktion "definitiv vorstellen", erklärt Firmensprecher Bechtel. Wirklich optimistisch hört sich seine Prognose aber nicht an. "Ironischerweise ist im Gegensatz zum Elektroantrieb ein anderes Bedürfnis bei unseren Kundenanfragen alltäglich: der nach einem Diesel-betriebenen Mietwagen." Gerade viele deutsche Urlauber hofften, so Geld zu sparen - selbst wenn sie nur wenige Kilometer pro Tag fahren.

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