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Elektromobilität:BMW muss aus der Elektro-Nische herausfahren

BMW würde das so vielleicht nicht sagen, aber: Die Zeit, in der man mit dem i3 in der Nische herumfuhr, ist vorbei. Um aus der Nische herauszufahren, braucht es aber nun mehr als die richtigen Modelle und ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen - auch der Preis muss stimmen.

Die Hersteller müssten sich "fragen, wie es weitergehen soll, wenn der Absatz bei Dieselfahrzeugen weiter zurückgeht, während gleichzeitig wieder mehr klassische Benziner verkauft werden", sagt der Automobilexperte Marcus Berret von der Unternehmensberatung Roland Berger. Dann müssten sich die Hersteller vielleicht "dazu durchringen, Elektroautos billiger zu verkaufen und sie damit selbst zu subventionieren". Eine Maßnahme, die - je nachdem, wie lange man an ihr festhalten würde - auf die Gewinnmargen der Autoindustrie drücken dürfte.

Es läuft auf einen elektrifizierten 3er hinaus

Die Hersteller wollen in den kommenden Jahren jedenfalls die Kosten weiter drücken, um sich all das leisten zu können, ohne dass die Renditen zurückgehen. "Die Nachfrage kann man nicht erzwingen", sagt Krüger. Erzwingen vielleicht nicht - aber einiges lässt sich schon machen, um die Nachfrage anzukurbeln.

Zum Beispiel attraktive Autos auf den Markt bringen. Der ganz große Wurf ist für kommenden Dienstag geplant - dann will BMW einen neuen viertürigen Elektrowagen vorstellen. Größer als der i3, kleiner aber als das teurere, sportliche Hybridmodell i8. Ein Auto, wie es aus BMW-Kreisen heißt, mit einigen Hundert Kilometern Reichweite, das - so sieht es die neue Konzernräson vor - aus Kostengründen auf den gleichen Bändern gefertigt werden kann, auf denen jetzt schon ganz normale Modelle mit Verbrennungsmotoren gebaut werden. Ein Auto, das Insidern zufolge am Ende auf eine Art elektrifizierten 3er BMW herauslaufen könnte, wäre nicht nur vom Preis her interessant.

Der 3er gilt auch als das Brot- und Buttergeschäft der Münchner. Ein Modell, das im Konzern "Tesla-Killer" genannt wird. Das aber ist so eine Sache: Viele Autobauer haben inzwischen sportliche Elektroautos in der Mache, die sie "Tesla-Killer" nennen. Das allein zeigt aber auch, wovor sich die Hersteller am meisten fürchten. In München steht dieses Auto nun in einer BMW-Halle, allerdings verdeckt. So weit geht der Ausblick auf den Ausblick dann auch wieder nicht.

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