Elektroautos im Fuhrpark Nach unten offen

Dienstwagen sind Prestigeobjekte. Umweltfreundlichkeit und Effizienz könnten bald wichtiger sein als Power und Luxus, es darf also gern eine Nummer kleiner und sparsamer sein. Beim Elektroauto hat der Öko-Kurs aber auch seine Grenzen.

Von Sebastian Viehmann

Manche Autos gäbe es vielleicht gar nicht ohne das Dienstwagenprivileg. Audi A6 und 5er BMW zum Beispiel verbuchen für sich einen Anteil gewerblicher Halter von mehr als 80 Prozent.

Audi A1

Oberklasse in klein

"Klassische Dienstwagenfahrer haben ihre Autos aus Prestigegründen", sagt Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). Doch Müller-Görnert beobachtet inzwischen auch einen Wertewandel, der vor allem durch die Klimawandel-Diskussion in Gang gekommen sei.

Viele Unternehmen haben sich aus Image- und Kostengründen eine "Green Policy" verordnet, die das Flottenmanagement umkrempelt. Dazu gehören Siemens, RWE und die Deutsche Telekom. Die Telekom will den CO2-Ausstoß ihrer fast ausschließlich aus Dieselmodellen bestehenden Flotte von rund 32.000 Fahrzeugen stark reduzieren.

"Für das Jahr 2011 wurden für jede Fahrzeugkategorie Obergrenzen und Referenzwerte des CO2-Ausstoßes definiert (190g/km), inklusive unserer Vorstandsfahrzeuge", sagt Telekom-Sprecherin Tanja Vollberg. Bis 2015 soll die durchschnittliche CO2-Emission für Neuwagen im Konzern auf 110 g/km sinken, also noch unter die EU-Vorgabe von 120 g/km.

Je mehr Unternehmen solchen Beispielen folgen, desto größer wird der Druck auf die Autobauer. Die Hersteller stellen sich auf die Entwicklungen schon länger ein, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt. Zum einen werden immer kleinere Autos angeboten - Audi zum Beispiel hat den A1 im Portfolio, VW baut mit dem Winzling Up! sogar ganz unten an und schielt mit einer extrem sparsamen Erdgasvariante auch auf Flottenkunden.

VW Up!

Baby-Boom