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Wie umweltfreundlich Elektroautos sind:Dreckig in Denver, sauber in New York

Der ökologische Fußabdruck von Elektrofahrzeugen hängt maßgeblich von der Herkunft des Stroms ab, der sie antreibt. US-Wissenschaftler verdeutlichen das nun, indem sie den Konsum der Stromer in Benzin umrechnen.

Wie umweltfreundlich ein Elektroauto ist, hängt von der Herkunft seines Stroms ab. Das liegt auf der Hand, wird aber in der Diskussion über die Stromfahrzeuge gern vergessen, besonders von den Herstellern. Dabei können die Kraftwerke eines Energieversorgers dem Batterie-Fahrzeug einen ökologischen Fußabdruck bescheren, der dem eines Fahrrads oder eines Geländewagens entspricht, hat die amerikanische Wissenschaftler-Organisation Union of Concerned Scientists jetzt ausgerechnet.

Berliner Konzept für Elektro-Mobilität

Welchen ökologischen Fußabdruck hinterlassen Elektroautos? US-Wissenschaftler haben hierzu eine Studie veröffentlicht.

(Foto: dpa)

Ihr Report "State of Charge" (Der Zustand des Ladens), den die Gruppe am Montag veröffentlicht hat, vergleicht die 26 verschiedenen Netzbezirke der USA: von Teilen Alaskas, die zu 64 Prozent Wasserkraft nutzen, bis Colorado, wo 71 Prozent der Elektrizität in Kohlekraftwerken entstehen. Der Bericht ist so detailliert, dass sich auch die Zustände in Deutschland einordnen lassen. Das hiesige System ist umweltfreundlicher als drei Viertel der amerikanischen Netze.

Um Elektroautos mit konventionellen vergleichen zu können, schreiben die amerikanischen Forscher den Stromfahrzeugen einen fiktiven Benzinverbrauch zu - die Menge Treibstoff, die genauso viel CO2 freisetzen würde, wie bei der Erzeugung des Stroms entsteht. Und das hängt wiederum von der Herkunft der Rohstoffe, dem Kraftwerkspark und den Verlusten in Kabeln und Leitungen ab.

Elektroautos setzen weniger CO2 frei als durchschnittliche US-Neuwagen der Mittelklasse

Für die Kalkulation schreiben die Autoren den batteriebetriebenen Modellen wie Nissan Leaf, Mitsubishi i-MIEV, Ford Focus und Chevrolet Volt einen durchschnittlichen Stromverbrauch von gut 21 Kilowattstunden auf 100 Kilometer zu. Daraus ergeben sich Energiewerte, die 2,1 Litern Benzin auf 100 Kilometer in Juneau/Alaska bis 7,1 Litern in Denver entsprechen. In Los Angeles könnten Fahrer 3,0, in New York City 3,2, in Miami 5,0, in Dallas 5,1 und in Chicago 5,7 Liter pro 100 Kilometer erreichen.

Überall würden Elektroautos dem Report zufolge weniger CO2 freisetzen als der Durchschnitt der in den USA verkauften neuen Mittelklassewagen. Die Autoren teilen die Netzregionen daher in die Kategorien "gut", "besser" und "am besten" ein. In letzterer wohnen 45 Prozent der Amerikaner. Ihre Elektroautos verbrauchen weniger als das Äquivalent von 4,6 Litern Benzin pro 100 Kilometer. Nach den Kriterien der US-Wissenschaftler zählt auch Deutschland zu den besten Regionen. Der Verbrauch eines E-Mobils, das hier an die Steckdose kommt, entspräche vier Litern Benzin pro 100 Kilometer.