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Elektroauto Mute:Das Unimobil

Auf der IAA zeigen Forscher der TU München ein sparsames Elektroauto, das sie in Rekordzeit entwickelt haben.

An diesem Dienstag will es Markus Lienkamp all den Zweiflern beweisen. "Sieben oder acht Wetten liefen gegen uns", sagt der Professor für Fahrzeugtechnik der Technischen Universität München (TUM). "Alle fanden, 18 Monate für ein solches Projekt wären viel zu kurz" - um ein Auto zu bauen, von den ersten Plänen bis zum Prototypen.

Elektroauto Mute der TUM

Auf den ersten Blick nur ein Kleinwagen. Im Inneren jedoch steckt die Kompetenz von 21 Universitäts-Lehrstühlen.

(Foto: Florian Lehmann/TUM)

Tatsächlich konnte das Uni-Team, als es im Juli 2010 mit seinem ehrgeizigen Plan an die Öffentlichkeit ging, gerade mal ein Modell aus Holzspanten und einen Haufen Ideen vorweisen. Doch schon damals verteilte Lienkamp Einladungen zur Frankfurter Automobilausstellung im September 2011.

Und wer vom heutigen Dienstag an die IAA besucht, Halle 4, Stand C23, kann sich selbst überzeugen, was Lienkamp und seine Mitstreiter geschafft haben. Dort steht als fahrbereiter Prototyp der Mute, ein von 21 Lehrstühlen der TUM auf dem Campus Garching entwickeltes Elektroauto.

Der Mute ist ein kleiner Wagen, ein flacher, kurzer Zweisitzer mit weißer Karbonfaserkarosserie und schmalen Leichtlaufreifen. "Er hat die Höhe eines Porsche 911 und die Schattenfläche des Fiat 500", beschreibt Lienkamp die Ausmaße.

Der Antrieb des Autos hat sich als Metapher in seinem Design niedergeschlagen: Vorn bilden die Scheinwerfer mit einem Band dazwischen ein Minuszeichen, hinten entsteht aus Heckfenster und Rückleuchten ein Plus - die beiden Pole einer Batterie. Entworfen haben es die TUM-Forscher als Zweitwagen für Menschen im Speckgürtel von Metropolen.

"Die ersten Käufer werden weder weit draußen auf dem Land wohnen noch ihr Auto unter der Laterne in einem Innenstadtviertel parken" - schon weil das regelmäßige Aufladen am Straßenrand zum Problem würde, sagt Lienkamp, der vor dem Wechsel an die Universität in der Konzernforschung von VW gearbeitet hat.

Um die angepeilte Zielgruppe zu überzeugen, hat die Forscherriege ein Auto entworfen, dessen Betriebskosten mit denen von Kleinwagen mit Verbrennungsmotoren mithalten können. Dieser Maßgabe mussten viele Entscheidungen untergeordnet werden, und so wie es Lienkamp erzählt, klingt die Strategie logisch.

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