Echtzeit-Datendienst Park Now Park Now feiert im neuen 5er Premiere

Dynamische Parkdaten vom Straßenrand kann aber weder die Mercedes-Lösung noch die App der Google-Tochter Waze liefern. Genau so eine vollständige Live-Karte wünschen sich aber 40 Prozent der Autofahrer. Gerade bei Vielfahrern, die geschäftlich unterwegs sind, dürfte die Begehrlichkeit besonders hoch sein. Was liegt da näher, als eine neue Business-Limousine mit diesem exklusiven Extra auf den Markt zu bringen? Mit dem Start des neuen BMW 5er Anfang des nächsten Jahres werden die Münchner ihren cloudbasierten Datendienst BMW Connected um das Echtzeitangebot Park Now erweitern.

Bereits 2015 hatten sie das Forschungsprojekt "Dynamische Parkwahrscheinlichkeitsprognose" zusammen mit Inrix in 23 Städten weltweit gestartet. Wird die Parkplatzsuche im Auto aktiviert, erscheinen farbige Randstreifen an den Straßen auf dem Display. Nach dem Ampelschema Rot-Gelb-Grün zeigt die Kartendarstellung auf dem Zentralbildschirm (als App auch auf dem Handy, der Smartwatch oder dem Computer), wo die Chancen auf einen Parkplatz am größten sind. Wie bei der Stauinformation Real Time Traffic wird die Anzeige im Fünfminutentakt aktualisiert und bietet eine Zielführung an. Außerdem organisiert das System den Bezahlvorgang anhand aktueller Informationen über Preise, Einlassbeschränkungen und Bestimmungen wie kostenlose versus kostenpflichtige Zeiten.

Ein erstes Konkurrenz-Angebot kommt frühestens 2018

Die intelligente Such- und Bezahlmaschine ist eine echte Marktlücke. Deshalb haben Bosch und Daimler gerade ein konkurrierendes Pilotprojekt angeschoben. Der Serienstart des "Community-based-Parking" ist jedoch nicht vor 2018 geplant. Anders als BMW und Inrix nutzen die schwäbischen Technologiepartner die ohnehin im Auto vorhandenen Ultraschallsensoren zur aktiven Parkplatzsuche: Bei Fahrten mit bis zu 55 km/h wird der Straßenrand kontinuierlich gescannt.

Doch auch hier genügt es nicht, die Daten einfach im Daimler-Vehicle-Backend zu sammeln. Im nächsten Schritt müssen sie in der Bosch-Cloud mit Methoden des Data-Mining und Machine Learning weiterverarbeitet werden. Bleibt etwa eine Lücke an einer viel befahrenen Straße ständig unbesetzt, ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit kein verfügbarer Stellplatz, sondern eher eine Ausfahrt. Im nächsten Schritt sollen auch die Abmessungen von freien Parkplätzen am Straßenrand in Echtzeit angezeigt werden.

Es braucht genügend vernetzte Autos

Die Lösung mit den Fahrzeugsensoren klingt raffiniert, hat aber einen Haken: Das Community-based-Parking setzt eine kritische Menge an vernetzten Autos voraus, die Lücken am Straßenrand vermessen und melden können. Bosch hat dazu zusammen mit der Technischen Universität München eine Studie durchgeführt.

Zentrale Frage: Wie viele Fahrzeuge müssen durch eine Straße fahren und Informationen zu Lücken am Straßenrand liefern, damit überhaupt eine digitale Parkplatzkarte erstellt werden kann? Ergebnis: Je nach Kategorie der Straße - Hauptverkehrsstraße, Nebenstraße oder ähnliches - reichen bereits etwas mehr als ein Prozent aller Fahrzeuge aus. Das klingt wenig, ist aber allein durch Wagen mit dem Stern auf dem Kühler nicht sicher zu gewährleisten. Um den Service deutschlandweit in einer guten Qualität anbieten zu können, ist die Zusammenarbeit mit mehreren Fahrzeugherstellern nötig.