Athen

Auf ein Gesetz hat man in Griechenland nicht gewartet. In Athen durfte das US-Unternehmen Lime im Januar die ersten E-Tretroller abstellen, inzwischen ist auch die Konkurrenz da: Hive von der Daimler-Tochter Mytaxi. Radwege gibt es in Athen nicht, es soll auf den Gehsteigen gefahren werden und in den wenigen Fußgängerzonen. Wagemutige Trittbrettflitzer nutzen auch die engen Gassen zu Füßen der Akropolis und blockieren so die schmalen Fahrbahnen, zum Ärger von Taxifahrern, die ihren Unmut in ausgiebigem Hupen äußern.

Gleich am Anfang gab es einen schweren Unfall, erzählt ein Lime-Mitarbeiter, der die überall abgestellten Scooter zum Aufladen einsammelt. "Das war aber ein Kind." Jetzt steht auf der Lenkstange, dass man über 18 sein muss, um zu rollern, und das Höchsttempo wurde auf 20 km/h gedrosselt. Am Anfang wurden die Roller noch "für jedes Alter" angepriesen.

Vor allem Touristen nutzen das Angebot, und stecken im Zentrum schnell in den Menschenmengen fest. Hive empfiehlt seinen Nutzern, einen Helm zu tragen. Aber in Athen wäre das auch per Gesetz wohl kaum durchsetzbar, werden doch sogar kopfbedeckungsfreie Fahrer schwerer Motorräder nicht von der Polizei gestoppt. Von Lime ist zu hören, dass viele Roller geklaut oder beschädigt wurden, aber aufgeben will der Anbieter nicht. Die Touristensaison 2019 hat ja gerade erst begonnen. (Christiane Schlötzer)

Bild: dpa 10. Mai 2019, 08:532019-05-10 08:53:22 © SZ.de/cku