Madrid

Die linksalternative Stadtregierung von Madrid hat die Parole ausgegeben: Grün und lebenswert soll die Stadt werden. Elektrofahrzeuge aller Art werden gefördert, also auch E-Tretroller. Sie werden als "besonders nachhaltiges Verkehrsmittel" angepriesen. 2018 haben 25 Verleihfirmen, die insgesamt über mehr als 100 000 Roller verfügen, sich in Madrid um eine Lizenz bemüht. 18 bekamen schließlich den Zuschlag für insgesamt 8600 Roller, verteilt auf das gesamte Stadtgebiet.

Mit dabei ist auch Jump, die E-Roller-Marke von Uber, das als Taxiunternehmen in Madrid indes nicht landen konnte. Die Scooter dürfen auf 350 Kilometer Fahrradwegen sowie auf den Busspuren unterwegs sein; Fahrer unter 16 Jahren haben einen Helm zu tragen. Für die normalen Straßen sind sie nur zugelassen, wenn für diese eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern gilt. Durchgangsstraßen sind ebenso wie Fußwege für die kleinen Stromer tabu. Immerhin dürfen sie in den öffentlichen Parks fahren, aber nur mit fünf Stundenkilometern, was offenkundig kaum eingehalten wird.

All die Lobpreisungen des E-Rollers lassen allerdings die Unfallzahlen in den Hintergrund treten, wie ein Sprecher der Nationalen Polizei in Madrid bedauert. Im vergangenen Jahr wurden aus ganz Spanien etwa 300 Unfälle mit Personenschaden gemeldet, bei gut zwei Drittel hat die Polizei die Rollerfahrer als Schuldige ermittelt. Doch eine breite Debatte über die Gefährlichkeit dieses Verkehrsmittels ist bislang ausgeblieben. (Thomas Urban)

Bild: dpa 10. Mai 2019, 08:532019-05-10 08:53:22 © SZ.de/cku