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E-Scooter im Test:Nur einer ist gut

E-Tretroller

Die Stiftung Warentest hat E-Tretroller (im Bild Archiv-Foto) zum Kaufen getestet - und viele schlechte Noten vergeben.

(Foto: dpa)

Kopfsteinpflaster, Bremsverhalten - und was ist mit dem Akku? Stiftung Warentest prüfte klappbare E-Scooter in verschiedenen Kategorien. Fünf von sieben Modellen zeigten schwerwiegende Mängel.

Umweltfreundlich, leicht zu transportieren, die smarte Alternative für die berühmte "letzte Meile" zwischen Wohnung, U-Bahn, Bus und Büro, günstig obendrein - so wurden E-Scooter im Sommer 2019 beworben. Vor allem natürlich von Verleihfirmen, die Tausende von E-Scootern in den Innenstädten positionierten. Wer sich selbst einen der schicken Tretroller zulegen wollte, hatte zunächst nur die Wahl zwischen wenigen, meist teuren Modellen. Inzwischen ist die Auswahl der für den Straßenverkehr zugelassenen E-Scooter zwar etwas größer und auch preislich interessanter geworden, leicht dürfte die Kaufentscheidung trotzdem nicht fallen. Denn viele der Roller zeigen im Gebrauch schwerwiegende Mängel, wie eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab.

Sieben klappbare E-Tretroller hatten sich die Tester vorgenommen, in der Anschaffung liegen sie zwischen 350 und 1170 Euro. "Bis auf zwei Modelle fallen alle durch. Gut ist nur einer", berichtet die Stiftung in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift test. Unter anderem Brüche, schlechte Bremsen und möglicherweise krebserregende Schadstoffe in manchen Griffen führten fünf Mal zur Note "mangelhaft". Zwei Modelle gingen beim Belastungstest irreparabel kaputt.

Warentest empfiehlt nur zwei E-Scooter

Nur zwei Modelle können die Tester empfehlen: Der Testsieger "Walberg The-Urban #BRLN V3" für 950 Euro schnitt mit "gut" ab. Er überzeuge unter anderem bei der Haltbarkeit und mit gut gefederter Fahrweise. Auch der Klappmechanismus könne überzeugen, jedoch wiege das Fahrzeug mit 15,3 Kilogramm viel und lasse sich nur mittelmäßig tragen, zumal sich der Lenker nicht arretieren lässt und ein Tragegriff fehlt.

Mit dem "IO Hawk Sparrow-Legal" schnitt der mit 350 Euro billigste Roller im Test am zweitbesten ab und bekam die Note "befriedigend". Dem Scooter mit rutschfestem Trittbrett attestieren die Tester mittelmäßige Werte bei Fahrverhalten und Fahrkomfort - nicht so gefiel ihnen, dass die Fußbremse bei Nässe nicht gut funktionierte. Außerdem arretierten Lenker und Steuerrohr nicht, sondern bleiben lose, wenn man den 13,5 Kilogramm schweren Roller zusammenklappt.

"Insgesamt wirken die getesteten Klapp-Modelle etwas weniger robust als E-Scooter zum Mieten", sagt Projektleiter Nico Langenbeck. Gründe hierfür seien das höhere Gewicht und die meist größeren Räder der Miet-Scooter. Zwei Modelle, der 815 Euro teure SO2 und das 550-Euro Modell e.Gear von Trekstor, überstanden die simulierte Fahrt über Kopfsteinpflaster und durch Schlaglöcher nicht mal mit Einschränkungen - sie waren nach dem Belastungstest schrottreif.

Weitere Schwachstellen fanden die Tester bei Sicherheitskriterien wie Brems- und Lenkverhalten, bei der Akku-Reichweite und bei Schadstoffen in der Verarbeitung. Einige Roller im Test bekamen hier gleich mehrfach ein "mangelhaft". Und auch bei der Handhabung inklusive des Klappmechanismus erreichten nur drei der getesteten Modelle die Bewertung, "befriedigend" oder "gut".

© SZ.de/dpa/dd/cku
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