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E-Mobilität:Tesla baut seinen Autopiloten um

  • Nach dem tödlichen Unfall eines selbstfahrenden Tesla Model S verbessert der Konzern die Sicherheitstechnologie des Elektroautos.
  • In der Bewertung von gefährlichen Verkehrssituationen soll sich das System künftig stärker auf Radarinformationen und weniger auf Kamerabilder stützen.
  • Außerdem sollen die Fahrer vehementer dazu aufgefordert werden, die Hände am Lenkrad zu lassen.

Ein Lastwagen, der links abbiegt und dabei mehrere Fahrspuren blockiert. Ein weitgehend selbstfahrendes Elektroauto, das sich diesem Hindernis mit hohem Tempo nähert. Ein von der Sonne hell erleuchteter Himmel, der für die Kameras dieses Autos, dessen Augen sozusagen, mit dem weißen Lkw zu einem grellen Horizont verschwimmt und ihn in letzter Konsequenz für eine Schilderbrücke halten lässt. Ein Autofahrer, der sich offenbar komplett auf die Sicherheitstechnik seines Autos verlässt und es nicht selbst steuert. Und der dieses Vertrauen mit seinem Leben bezahlt, weil sein Elektroauto ungebremst unter den Lastwagen gerät.

Dieser Unfall, der im Mai im US-Bundesstaat Florida passierte und bei dem sich viele fatale Umstände verketteten, fand Anfang Juli in Medien weltweit großen Widerhall. Er kostete die Firma Tesla, den Hersteller des verunglückten Elektroautos, viel Reputation. Und er entfachte eine intensiv geführte Debatte darüber, ob der Fahrer des Unfallwagens oder Tesla - oder vielleicht beide - fahrlässig gehandelt haben. Tesla deshalb, weil das Unternehmen sein System namens Autopilot, das eigentlich nicht mehr als ein elektronisches Assistenzsystem ist, sehr offensiv als Technologie beworben hatte, das ein Auto quasi von alleine fahren lasse.

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Radartechnologie als Basis für den Autopiloten

Nun zieht der kalifornische Autohersteller erste technische Konsequenzen aus dem tödlichen Crash und kündigt eine neue Version der Software seiner Autos an, die ein Grundproblem des Autopiloten beheben soll. Die zentrale Änderung bei dem Update, das in einigen Wochen automatisch in allen Autos mit dieser Technik installiert werden soll: Statt sich bei der Bewertung von Verkehrssituationen vor allem auf die Kamerabilder zu stützen, beurteilt das System das Geschehen künftig in erster Linie von Radarinformationen. Das erläutert Tesla-Chef Elon Musk in einem Blogeintrag.

Damit schwenkt Tesla auf eine Strategie um, die die meisten Autohersteller verfolgen, die an autonomem Fahren arbeiten. Der Vorteil von Radar: Dessen Wellen können sich auch bei schlechten Sichtverhältnissen, etwa bei Nebel, Starkregen oder grellem Licht, durch die Umgebung tasten und Hindernisse zuverlässig erkennen. Das große Manko ist dagegen, dass die Radartechnologie diese Hindernisse schwer klassifizieren kann. So schränkt Musk ein, dass Objekte aus Metall bei Radar-Sensoren zu Fehlalarmen führen könnten. Etwa könne eine weggeworfene Getränkedose, die ungünstig am Boden liegt, als ein großes Hindernis erscheinen. Auch bei hochhängenden Autobahnschildern vor Hügeln könnten Radar-Daten eine drohende Kollision vermuten lassen.

Der Fahrer soll die Hände am Steuer lassen

Tesla will falsche Alarme durch eine präzisere Erfassung der Objekte und eine Geodatenbank mit festen Fehlerquellen in der Umgebung vermeiden. Außerdem soll die Vernetzung der Autos untereinander helfen: Indem sie Informationen zum Beispiel über Hindernisse auf der Strecke an eine zentrale Datenbank senden, die wiederum andere Fahrzeuge informiert. So sollen selbstfahrende Autos potenzielle Gefahren besser einschätzen lernen.

Als weitere wichtige Neuerung sollen Tesla-Fahrer nun energischer dazu gedrängt werden, die Hände auch bei eingeschaltetem System am Lenkrad zu lassen. Nach mehrfacher automatischer und nichtbeachteter Aufforderung schaltet sich das Assistenzsystem ab und kann erst wieder aktiviert werden, wenn das Fahrzeug zwischenzeitlich geparkt wurde.

Teslas Vorgehen kann als Eingeständnis gesehen werden, die redundanten und sich gegenseitig absichernden Systeme Radar und Kamera bislang nicht ideal eingesetzt und den Autopiloten in seinem Können überschätzt zu haben. Nach wie vor ermittelt die US-Verkehrsaufsicht in mehreren Fällen, ob Tesla voreilig mit unausgereifter Technologie an den Markt gegangen sei.

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