Douglas DC-3 500.000 Nieten halten die DC-3 zusammen

Draußen haben sich in der strahlenden Sonne lockere Haufenwölkchen gebildet. Vor einer halben Stunde ist der Ohio River unter uns weggeglitten, rechts voraus erkennt man Nashville am Horizont. Das Flugzeug wärmt sich bereits recht südstaatlich auf, ein bisschen Frischluft kann nicht schaden - in der DC-3 kein Problem. Ihre Nase ist so geformt, dass sich der Luftstrom schon vor den Seitenscheiben des Cockpits ablöst, wodurch das bei jeder Geschwindigkeit möglich ist, was man vom Opel Manta kennt: Fenster auf und Ellenbogen raus.

Und hier reden wir nicht von Gucklöchern, sondern von Breitwand-Panorama. Ein Genuss. Frei schweift der Blick übers malerische Tennessee, über die blanke Propellernabe des linken Triebwerks, in der sich der Vorderrumpf der Dakota spiegelt, und über die Nieten der 46 Quadratmeter Tragfläche. Unglaubliche 500:000 halten jede DC-3 zusammen; würde man die Nieten aneinanderlegen, ergäbe das eine Strecke von gut fünf Kilometer. Es ist aber besser, sie an Ort und Stelle zu lassen, denn als wir Chattanooga überfliegen, hören wir bereits auf der Wetterfrequenz von Atlanta, dass sich über unserem Ziel Gewitter bilden.

Connie Bowlin entscheidet sich für einen Ausweichflugplatz. Ein freundliches Goodbye vom Streckenlotsen, und nach fast vier Stunden Flugzeit rauschen wir im Leerlauf mit 180 km/h über den Zaun des Airports von Lawrenceville, Georgia. Auf den letzten Metern ein scharfes "Let me have it!" - meine Füße und Hände zucken augenblicklich zurück. Connie zieht sachte das Höhensteuer, und schon pfeifen die Haupträder auf dem Asphalt. Zum Glück, denn: Mit mir am Ruder, unerfahren mit solch großen Maschinen, wäre die Landung mit Sicherheit reichlich hart geworden. Aber die DC-3 tut so, als hätte sie es nicht gemerkt. Gute, alte Lady.