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Dienstwagen mit "Zaren-Motor":Russland plant die Putin-Limousine

Wladimir Putin im Fond einer Mercedes-Limousine

Derzeit lässt sich Wladimir Putin meist in einer gepanzerten Mercedes-Limousine chauffieren.

(Foto: AFP)

Statt gepanzerter Mercedes-Modelle will Russland künftig eigene Nobelkarossen im Staatsdienst einsetzen. Sie sollen Rolls Royce ähneln und über einen enorm starken "Zaren-Motor" verfügen.

Man darf Wladimir Putin eine gewisse Autoaffinität bescheinigen. Immer wieder sieht man ihn selbst am Lenkrad eines seiner Autos. Er soll zwei Oldtimer besitzen, darunter einen GAZ Wolga aus dem Jahr 1956, mit dem 2005 der damalige US-Präsident George W. Bush eine Runde drehen durfte.

Bei seinen Dienstwagen setzt Putin derzeit auf ein deutsches Fabrikat. Zu offiziellen Anlässen lässt er sich in einer gepanzerten und fast eine Million Euro teuren Mercedes-Limousine in der gestreckten Pullman-Version chauffieren. Zudem gehört ein Mercedes S 600 Guard, dessen Steuer er gern übernimmt, zum Fuhrpark.

Die eigentliche Repräsentantenlimousine des einheimischen Herstellers ZIL steht sich dagegen in der Garage die Reifen platt. Mit ihrer Technik und Optik aus den Siebzigerjahren entspricht sie längst nicht mehr den Ansprüchen des russischen Staatsoberhauptes. Der ZIL steht symbolisch für die rückständige russische Automobilindustrie, die seit Jahrzehnten nicht ein Modell hervorgebracht hat, das internationalen Standards genügt.

Wladimir Putins gepanzerte ZIL-Limousine

Auch diese ZIL-Limousine steht dem russischen Staatschef zur Verfügung. Doch die veraltete Nobelkarosse nutzt Putin nur noch selten.

(Foto: DPA)

Mercedes-Verbot für russische Funktionäre

Dennoch sollen Beamte in Staats- und Kommunaldiensten bei der Wahl ihrer Dienstwagen verstärkt auf russische Fabrikate beziehungsweise in Russland produzierte Autos setzen. So will es Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew, dessen Regierung ihren Behörden im Juli weitgehend den Kauf ausländischer Autos verbot. Die Anweisung betrifft vor allem Mercedes-Limousinen, denn der schwäbische Konzern unterhält im Gegensatz zu anderen deutschen Autoherstellern keine Fabrik in Russland. Doch gerade die Modelle mit dem Stern sind bei ranghohen russischen Offiziellen beliebt.

Damit die Funktionäre stattdessen nicht einfach zu in Russland produzierten VW- oder BMW-Modellen greifen, soll es bald eine einheimische Staatslimousine geben. An dem Projekt mit dem passenden Namen "Kortezh", was übersetzt "Gefolge" oder "Prozession" bedeutet und die Bezeichnung für Putins Begleitkolonne ist, arbeitet derzeit das stattliche Automobil-Entwicklungszentrum National AutoMotive Institute, kurz NAMI.

Mercedes Russland verbannt Mercedes-Dienstwagen
Kauf-Anweisung an Behörden

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Keine im Ausland produzierten Dienstfahrzeuge mehr: Regierungschef Medwedjew will, dass mehr Geld an russische Hersteller fließt - und verbietet seinen Behörden weitgehend den Kauf ausländischer Autos. Besonders trifft es ranghohe Politiker, die eine ganz bestimmte Marke bevorzugen.

Wie russische Medien berichten, soll das Design der Luxuskarosse gegen Jahresende vorgestellt werden. Während der Ausschreibung haben demzufolge in- und ausländische Designer mehr als 80 Entwürfe eingesandt, von denen Putin persönlich seine beiden Favoriten bestimmt haben soll. Laut NAMI-Chef Maksim Nagaitsev soll es sich dabei um einen Entwurf mit historischen Referenzen handeln, das Konzept ähnelt aktuellen europäischen Autos.