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Die Zukunft von Premium (2): Audi:Audi-Design: eine Achterbahnfahrt

Die kleineren Aggregate und die abgespeckten Karossen senken nicht nur den Verbrauch, sie erhöhen auch den Fahrspaß durch deutlich mehr Agilität. Davon profitieren natürlich in erster Linie große Modelle wie A6, A7 und A8, die trotz dünnster Außenhaut unter der Last der Komfortfeatures und Assistenzsysteme immer träger und passiver zu werden drohen.

Audi steuert hier zwar gegen, doch die immer komplexere Fahrdynamikregelung Drive Select ist mit ihrer teilweise überzogenen Spreizung nicht mehr weit weg vom schwer vermittelbaren Hightech-Overkill des M-Drive-Wählschalters im BMW M5, der mit einer dreistelligen Anzahl von Optionen den Nerv raubt.

Die Empfehlung lautet: Audi sollte den wirtschaftlichen Höhenflug nützen, um sich neu zu erfinden. Am besten von außen nach innen, denn in Sachen Cockpitlayout, Materialqualität, Ausstattung und Bedienbarkeit reicht den Bayern so schnell kein Mitbewerber das Wasser.

Das Exterieurdesign erlebt man dagegen immer öfter als Achterbahnfahrt: Lkw-bullig beim Q7 statt pragmatisch-muskulös wie beim Q5; viel bunt beleuchtete Masse beim A8 statt der sehnigen Eleganz des A7; relativ rasch alternd beim A4 statt zeitlos elegant beim A5.

Statt mit einer etwas mutigeren Architektur zu überzeugen, setzen die Kreativen verstärkt auf ornamentale, vordergründig dekorative Elemente. Ein ideales Objekt für einen stilistischen Neuanfang wäre der nächste A4, der schon 2014 auf dem Spielplan steht. Mit der damit verbundenen Evolution der MLB-Matrix sinkt nämlich nicht nur das Gewicht um geschätzte 150 Kilo, es steigen auch die Chancen für ein neues fahrdynamisches Selbstverständnis.