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Deutschland hinkt bei der Entwicklung von Elektroautos hinterher:"Es gibt keine Alternative"

Die deutschen Autohersteller, die lange nicht an das E-Auto glaubten, haben sich immerhin damit abgefunden, dass sie sich mit elektrischen Antrieben befassen müssen, von denen sie wenig verstehen. Ein Grund ist der Druck der EU auf die Hersteller, den Durchschnittsverbrauch der angebotenen Fahrzeugflotte zu verringern. In manchen Mega-Städten, so befürchten die Autobauer, droht bald ein Fahrverbot für fossil getriebene Autos. Darauf müssen die Hersteller vorbereitet sein. Auch der stark steigende Spritpreis könnte ein Anreiz sein, über ein Auto mit alternativem Antrieb nachzudenken.

Inzwischen sind VW, BMW und Daimler dabei, Stromantriebe für Autos zu entwickeln. BMW bereitet ein eigenes Werk für ein Strommobil vor. VW richtet ein eigenes Elektromotorenwerk ein. Heute glaubt niemand mehr in der Branche, am E-Auto vorbeizukommen. "Es gibt keine Alternative", sagt ein Automanager. "Ohne Elektroauto kommen wir nicht weiter." Doch der Manager, der nicht genannt werden will, räumt ein, dass die Autobauer nicht mit derselben Energie am Stromauto bauen wie an konventionellen Autos. "Da fehlt noch der Wumm, der auf dem Benzin- oder Dieselmotor liegt."

Auch Audi-Chef Rupert Stadler räumt ein, die Elektromobilität sei noch "mit angezogener Handbremse" unterwegs. Nach Meinung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer läuft die Startphase des E-Autos miserabel. "Die Elektromobilität ist dabei, zu sterben", sagt der Direktor des Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen.

Mühsam, teuer und gefährlich

Die Entwicklung von Elektroautos ist mühsam und teuer, sie ist für die meisten Autohersteller auch Neuland. Vor allem die Batterien - Herzstück der E-Autos - machen erhebliche Probleme. Sie erlauben bisher nur geringe Reichweiten, und technologisch anspruchsvoll sind sie auch. Erst kürzlich ist ein Stromauto des chinesischen Herstellers Build Your Dreams wegen eines Problems mit der Batterie ausgebrannt. Es gab drei Tote. Auch mangelt es an der Infrastruktur. In Deutschland fehlen noch die nötigen Steckdosen am Straßenrand, in Parkhäusern oder in den Betriebsparkplätzen, um die Autos flächendeckend mit Strom zu versorgen.

Nach Jahren der Debatte über die Zukunft des Elektroautos gibt in diesem Land noch immer keinen einheitlichen Stecker, um Ladestationen anzuzapfen. Von einer Lösung für ganz Europa ist ganz zu schweigen. Solches Durcheinander aber schafft keinen Anreiz, einen Stromer zu kaufen. Wann es so weit ist, kann der Automobilverband VDA nicht sagen. Der Verband weiß aber: "Elektrisches Fahren wird künftig nur erfolgreich sein, wenn es für den Kunden einfach und praktikabel ist."