Der Linksverkehr und seine Geschichte Linkssruck mit Peitschenhieb

Diese Ordnung galt, bis im Paris der französischen Revolution Robespierre zur angestrebten Gleichheit aller Bürger per Gesetz den Rechtsverkehr verordnete. Schließlich wurden auch die von Napoleon auf seinen Feldzügen eroberten europäischen Länder auf Rechtsverkehr umgestellt - und blieben, wie Deutschland, auch dabei. Bis auf die Länder der dickköpfigen Donaumonarchie, die nach Napoleons Rückzug wieder stur auf den altgewohnten Linksverkehr zurückstellten.

Allerdings nicht konsequent: Ausnahmen wie Vorarlberg und Tirol stellten mit anhaltendem Rechtsverkehr die verordnete Linksfahrregel auf den Kopf, sodass in verschiedenen Landesteilen Österreichs zur Verwirrung aller unterschiedliche Straßenseiten benutzt wurden; und besonders die Hauptstadt Wien hätte sich aus Scheu vor den drohenden Kosten der erheblichen Umbaumaßnahmen am liebsten als ewige Linksverkehr-Metropole erhalten. Es brauchte insgesamt 17 Jahre (1921-1938) und letztlich einen extrem rechtsorientierten Adolf Hitler, um endlich in ganz Österreich eine einheitliche Straßenseitennutzung einzuführen.

Derselbe Besatzer war es dann auch, der in der ehemaligen Tschechoslowakei und Ungarn in den dreißiger und vierziger Jahren den Rechtsverkehr erzwang; nur in Schweden, weder von Napoleon noch von Hitler je besetzt, fuhr man noch bis zum Jahre 1967 wie altgewohnt auf der linken Straßenseite. Und auf Island dauerte es sogar noch ein Jahr länger, bis sich endlich ganz Europa nach rechts orientiert hatte. Glücklicherweise nur auf der Straße.