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Datenspeicherung in der Cloud:Immer online - auch im Auto

Die digitale Wolke schwebt über allem. Wege und Wetter, Shops und Kneipen, Freunde und Kollegen - wer den Datenbestand des Internets anzapft, ist ständig vernetzt. Immer öfter auch im Auto.

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Die digitale Wolke schwebt über allem. Wege und Wetter, Shops und Kneipen, Freunde und Kollegen - wer den Datenbestand des Internets anzapft, ist ständig vernetzt. Immer öfter auch im Auto.

Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein - sonst wäre in der Datenwolke längst schon ein heilloses Gedränge angesagt. Alle Autobauer zieht es in die Cloud.

Audi-Chef Rupert Stadler hat schon 2010 auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas erläutert, wie er sich die digitale Zukunft im Auto vorstellt. BMW lässt "just in time" bei Google Earth suchen. Toyota verlinkt im Yaris optional das Navi mit Google Maps. Auch Mercedes-Benz arbeitet an der Vernetzung der Welt mit dem Auto.

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Steffen Neumann ist einer von ihnen. Zusammen mit einer halben Hundertschaft von Kollegen arbeitet er im Silicon Valley an der Zukunft.

In seiner Powerpoint-Präsentation finden sich die Logos der bekannten Marken aus der Nachbarschaft: von Apple über LinkedIn und Google bis zu Facebook - das Who's Who der Web-Gesellschaft. Über ein Dutzend davon will Mercedes während der nächsten Jahre ins Auto bringen.

Das system Comand Online verwendet ein Smartphone als ...

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... Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Internet. Nicht nur Google gelangt als intelligente Erweiterung des Navigationssystems auf das große Display im Armaturenbrett - mit einer Facebook-App klinken sich Auto und Fahrer auch ins soziale Netzwerk ein.

Funktionen gibt es reichlich. So lassen sich über Facebook zum Beispiel automatisch an die Freunde Statusmeldungen absetzen, wo man gerade steckt, es lassen sich Neuigkeiten austauschen oder Ziele in das Navigationssystem einspeisen. "Always On" heißt bei Mercedes-Benz, im schönsten Web-Slang, die Überschrift.

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Um die Produktzyklen von Auto und Smartphones zu synchronisieren, setzt Daimler einen "Vehicle Backend Server" ein. Der sorgt im Hintergrund nicht nur automatisch dafür, dass die unterschiedlichen Bedienoberflächen im Web und im Auto miteinander können. Er sorgt auch für die jeweils neuesten Software-Updates und Applikationen.

Und er fischt die Informationen aus der globalen Datenwolke, die der Nutzer im Auto gerade sucht. Das Ganze läuft über eine geschützte VPN-Datenverbindung.

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Seit diesem Jahr bietet Mercedes die Near Field Communication (NFC). Sie funktioniert ohne das von vielen Nutzern als umständlich empfundene Koppeln von Fahrzeug und Endgerät. Bei NFC wird das dafür geeignete Handy einfach sehr nahe an das Gegengerät im Auto gehalten - und die Verbindung kommt zustande. Der maximale Abstand: fünf Zentimeter. Die Datenübertragungsrate: 424 kBit/s.

Auch innerhalb der Fahrzeugelektronik soll es künftig schneller zugehen - zumindest in den Premium-Fahrzeugen der Marke. In der neuen S-Klasse nutzt Mercedes-Benz das neue Bussystem MOST150. Das ermöglicht dann Datentransferraten von 150 MBit/s - eine sechsmal höhere "Transportkapazität" als bisher.

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Bei soviel Speed im System bekommen ganz neue Optionen eine Chance zur realen Umsetzung, die zum Teil schon im Forschungsfahrzeug F125 zu erleben waren. Das, was die Ingenieure "Natural Handling" getauft haben, ermöglicht zum Beispiel die Interaktion mit den Telematik- und Infotainmentsystemen durch Sprache, durch intuitive Gesten und durch eine umfangreichere Nutzung des Touchscreens.

"Ohne Mobilfunk, E-Mail, Internet & Co. geht längst nichts mehr", sagt Peter Häußermann, bei Daimler für die Bereiche Elektrik, Elektronik und Telematik verantwortlich: "Und immer mehr Menschen verbringen sehr viel Zeit unterwegs - gerade auch im Auto. Auch da möchten sie möglichst jederzeit vernetzt bleiben."

Text: Jürgen Wolff / Pressinform

© sueddeutsche.de/Pressinform/gf/goro

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