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Das neue Porsche-Museum:Ein Traum im Raum

Statt kühlem Marketing prägen so profunde Handarbeit und kurze Wege das erste Bild. Im Rücken ziehen sich die Fluchten zweier langer Rolltreppen weit nach oben. Die Architekten inszenieren eine enge Himmelsleiter. Nach der Fahrt durch den Flaschenhals weitet sich plötzlich der Raum. Der schwarzweiße Purismus bleibt, doch garnieren ihn jetzt bunte Porsche-Modelle.

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Als Empfang wartet eine schimmernd-nackte Aluminium-Karosserie des Berlin-Rom-Wagens, den Ferdinand Porsche 1939 konstruierte. Ihn inszeniert Porsche heute als Nullpunkt seiner Geschichte. Er ist das erste Auto, das den Schriftzug der Marke trug. "Das ist die Ur-Form aller Porsche", sagt Klaus Bischof über das Projekt, das einst der Zweite Weltkrieg ausbremste. Als Ferdinands Sohn Ferry 1948 seinen ersten 356 baute, führte er diese frühe Idee eines reisetauglichen, leichten Sportwagens weiter.

Der Ouvertüre folgen Fahrzeuge wie ein Käfer, ein Mercedes Monza oder der Cisitalia als wichtige Wegmarken der Entwicklung vor 1948. Von hier reicht der Blick längs durch den rund 140 Meter langen Bau: Porsche, Porsche, Porsche. Nicht zu voll, doch überall. Kaum etwas, was davon ablenken könnte: Vor der tiefschwarzen Außenwand reihen sich die Modelle in strenger Chronologie: Sie beginnt mit dem frühen Gmünd-Coupé und endet im Heute.

Weil die Porsche-Geschichte ein Kontinuum ist, gibt es nur einen Raum, der jedoch ständig seine Form variiert: Er öffnet sich, steigt an, verjüngt sich, fächert sich auf. "Mobilität war zentraler Gegenstand unserer architektonischen Auseinandersetzung", sagt Architekt Roman Delugan. Im Entwurf spiegeln sich Dynamik und Geschwindigkeit, Konzentration und Gelassenheit. Porsche wollte keinen Klamauk: "Wir haben mit Absicht darauf verzichtet, eine inszenierte Erlebniswelt zu schaffen", sagt Museumsleiter Achim Stejskal. Nur beim Klang wurde man schwach: Aus drei Soundduschen strömen die Klänge von 356, 911 und 917. Der Boden vibriert dazu.