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Dacia Lodgy:Der Umbau des Innenraums ist verbesserungswürdig

Im Bereich der Variabilität des Innenraums ist das Sparkonzept des Wagens spürbar, die zweite Sitzbank ist in der Grundausstattung nicht asymmetrisch teilbar. Elegante Lösungen wie bei der Konkurrenz fehlen, die Sitze lassen sich beispielsweise nicht im Boden verstauen. Wirklich ärgerlich allerdings ist, wie mühselig sich der Ausbau der optionalen dritten Sitzreihe gestaltet. Spitze Kanten bergen dabei zusätzlich ein Verletzungsrisiko. Die Sitzbänke selbst sind aus einfachstem Schaumstoffpolster und wer beim Justieren der Vordersitze unter selbige greift, der kann das dürre Metallgestell ertasten, auf dem es aufliegt. Für Langstreckentauglichkeit spricht das nicht.

Doch für die große Fahrt ist der Kompaktvan, der im marokkanischen Tanger gebaut wird, ohnehin nur bedingt geeignet. Das ist hauptsächlich den Motoren geschuldet. Zwei Benziner und zwei Diesel stehen zur Auswahl, nur der größere Selbstzünder mit 107 PS verfügt über einen sechsten Gang, der Drehzahl und Verbrauch senkt und damit den Geräuschpegel auf ein erträgli-ches Niveau drückt. Für den Alltagsbetrieb zwischen Kindergarten, Supermarkt und dem Haus der Großeltern allerdings reicht bereits der Basisbenziner. Allein er ist in der Einstiegsvariante für 9990 Euro erhältlich. Der Saugmotor mit Zweiventiltechnik generiert aus 1,6 Litern Hubraum 83 PS. In Kombination mit dem niedrigen Leergewicht zwischen 1165 (Fünfsitzer) und 1266 (Siebensitzer) Kilogramm ergibt sich so kein überschäumender, aber ein ausreichender Vortrieb mit einer angenehmen linearen Leistungsentfaltung.

Die ist der vielleicht größte Vorteil, den der konservative Saugmotor gegenüber den drei Moto-ren mit Turboschub hat. Denn zwischen Standgas und knapp 1500 Kurbelwellenumdrehungen befindet sich der Motor im leistungsfreien Turboloch. Das nervt den Fahrer nerven und kann die Insassen schlimmstenfalls gefährden. Denn gerade beim Beschleunigen aus dem zweiten Gang aus einer Auffahrt oder am Berg kommt der Rumäne aus Marokko nicht vom Fleck. Das wollen die Turbomotoren mit einem günstigeren Verbrauch im Gegensatz zum Basissauger wettmachen, der sich allerdings erst noch im Alltagstest wird bewähren müssen.

Wenig- und Stadtfahrer können bedenkenlos zum günstigen Basisbenziner greifen. Er ist zudem dank simpler Technologie wartungsarm und weniger anfällig als die Turboaggregate. Wer allerdings viele Kilometer fährt und dabei auch auf der Autobahn unterwegs ist, der sollte zum großen Diesel greifen. Einmal in Fahrt, bewegt er den Van deutlich souveräner und bietet dank sechs Schaltstufen ein spürbares Plus an Komfort. Ein Automatikgetriebe wird es nicht geben.