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Citroën Grand C4 Picasso im Test:Unausgereifte Fahrassistenten

Citroen Grand C4 Picasso

Der Citroën Grand C4 Picasso überzeugt in vielen Bereichen. Die kleinen Schwächen sind angesichts des günstigen Preises hinnehmbar.

(Foto: GREG; Citroen)

Für 600 Euro bietet Citroën das "Drive Assist Paket", das unter anderem eine automatische Geschwindigkeitsregelung mit Abstandsradar und -warner sowie einen Spurhalteassistenten beinhaltet. Auch eine Totwinkelüberwachung ist gegen Aufpreis erhältlich. Perfekt ausgereift sind die Systeme jedoch nicht, denn der Abstandsradar agiert nur bei geringen Tempounterschieden zwischen eigenem und vorausfahrendem Fahrzeug zuverlässig, der Abstandswarner ist hypernervös und der Totwinkelassistent ist bei starker Sonneneinstrahlung von hinten leicht zu übersehen.

Ein großer Fortschritt ist der seit Jahresbeginn erhältliche 150-PS-Dieselmotor. Sprintvermögen und Durchzugskraft sind überdurchschnittlich, der Citroën Grand C4 Picasso beschleunigt nachhaltig, ohne jedoch zum schnellen Fahren zu animieren. Denn bei hohen Drehzahlen brummt der Motor deutlich vernehmbar, wohingegen er sich beim sanften Dahingleiten akustisch zurückhält. Die Sechsgang-Automatik schaltet nicht besonders schnell, aber dafür sehr sanft.

Weich, aber nicht besonders komfortabel

Schade, dass sich der Franzose gerade beim Federungskomfort Schwächen erlaubt. Zwar hat Citroën seinen Van recht weich abgestimmt, aber über grobe Fugen rumpelt der Picasso trotzdem eher ungehobelt. In Kurven kann das durchaus unangenehm werden, denn dann kommt viel Unruhe in die Fuhre, da sich die Karosserie stark aufschaukelt. Lange Bodenwellen meistert er dagegen souverän. Die Lenkung ist sehr leichtgängig und einigermaßen direkt, und das deutlich spürbare Untersteuern in schnell gefahrenen Kurven lässt sich bei einem Auto dieser Klasse als Nebensächlichkeit abtun.

Viel wichtiger ist die Antwort auf die Kostenfrage. Wer den Grand C4 Picasso mit großem Diesel möchte, zahlt mindestens 28 490 Euro. Da kann nur der innen deutlich kleinere Opel Zafira Tourer 1.6 CDTI mit 136 PS mithalten. Selbst die ebenfalls kleineren Konkurrenten Ford S-Max 2.0 TDCi und VW Touran 2.0 TDI sind teurer als der Citroën - von den platzmäßig vergleichbaren Modellen Ford Galaxy und VW Sharan mit 140 PS starken Dieselmotoren ganz zu schweigen.

Wer unbedingt die verzichtbare Automatik möchte, zahlt mindestens 31 290 Euro für den Grand C4 Picasso, da er die zweithöchste Ausstattungslinie "Intensive" nehmen muss. Selbst mit absoluter Vollausstattung, zu der ein Relax-Beifahrersitz mit Massagefunktion und umklappbarer Lehne sowie Unterschenkelauflage gehört, bleibt der Franzose unter der 40 000-Euro-Marke. Ein Kompliment gebührt ihm ebenfalls für seine Trinksitten. Das Versprechen von 4,5 Litern auf 100 Kilometern kann er zwar nicht halten, aber der im Test ermittelte Durchschnittsverbrauch von 6,2 Litern ist sehr akzeptabel.

Technische Daten Citroën Grand C4 Picasso BlueHDi 150 Automatik:

R4-Turbodieselmotor mit 2,0 Litern Hubraum; Leistung 110 kW (150 PS); max. Drehmoment: 370 Nm bei 2000/min; Leergewicht: 1650 kg; Kofferraum: 645 - 1843 l; 0 - 100 km/h: 11,5 s; Vmax: 210 km/h; Testverbrauch:6,2 l / 100 km (lt. Werk: 4,5l; CO₂-Ausstoß: 117 g/km); Euro 6; Grundpreis: 31 290 Euro

Das Testfahrzeug wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

© SZ.de/reek/rus
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