Carsharing-Gesetz Carsharing sollte nicht länger versteckt werden

Die Carsharing-Unternehmen frohlocken bereits, das neue Gesetz gebe den Städten das rechtssichere Mittel, den Verzicht auf Privat-Pkw noch attraktiver zu machen. Studien zufolge ersetzt ein Carsharing-Auto im System ohne Verleihstationen schon heute drei private Autos, die im Durchschnitt nur eine Stunde am Tag bewegt werden. Bei den Varianten mit festen Orten, an denen die Leihautos zu finden und zu denen sie zurückzubringen sind, werden sogar pro Carsharing-Fahrzeug bis zu 20 Privatautos überflüssig.

Jetzt sind die Kommunalpolitiker dran

Diese Stationen befinden sich oft in Tiefgaragen und Hinterhöfen. Carsharing aber sollte nicht länger versteckt werden. Nur wenn es in der Öffentlichkeit so sichtbar ist wie Bahnhöfe oder Bushaltestellen, kann es seine platzsparende Wirkung entfalten.

Die Vision: Es entsteht städtischer Raum für mehr Grünanlagen, Radwege - oder es gibt einfach weniger Staus.

Das Carsharing-Gesetz steht für das Schneckentempo, mit der die Politik auf gesellschaftliche Veränderungen reagiert. Seit sehr vielen Jahren wird das Regelwerk diskutiert und formuliert. Nun endlich ist es vollbracht; jetzt sind die Kommunalpolitiker dran, um dafür zu sorgen, dass wieder ein wenig mehr Platz frei wird in ihren Städten, wenn sich mehrere Menschen ein Auto teilen und vielleicht sogar auf ein eigenes verzichten.

Der Bund hat seinen Beitrag geleistet, nun sind die Politiker in Ländern, Städten und Gemeinden am Drücker. Es muss sich jetzt zeigen, ob der politische Wille zu einer effizienteren Nutzung von öffentlichem Straßenraum, wie ihn jetzt der Bund gezeigt hat, auch jeweils vor Ort besteht. Dafür ist es höchste Zeit.

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