Carsharing:Auch VW will zurück ins Vermietgeschäft

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Autohersteller und Autovermieter werden Freunde - auch das ist neu. Bisher kühlte oft endloses Feilschen um Rabatte und Rücknahmegarantien ihr Verhältnis. Billig einkaufen, teuer verkaufen - mancher Autovermieter macht so höhere Gewinne als im Vermietgeschäft. Erich Sixt will freilich mit Drive Now von Anfang an verdienen, hat er bei seiner Bilanzvorlage deutlich gesagt.

BMW und Sixt wollen erst München, dann Berlin und später andere europäische Städte mit einem Netz aus Kleinwagen überziehen, zunächst handelt es sich um Einser von BMW und den Mini. Ob 300 Autos für München (1,35 Millionen Einwohner) ausreichen, ist noch offen.

Daimler bietet seit zwei Jahren in Ulm (0,12 Millionen Einwohner) Kleinstwagen der Marke Smart zur Kurzzeitmiete an und zwar ebenfalls 300 Stück. Der Mercedes-Konzern ist Autovermieter bereits in Austin (Texas), demnächst auch in Vancouver und Amsterdam.

Die Einführung des Carsharing in Hamburg nahmen Finanzmedien für Spekulationen zum Anlass, ob Daimler seinen Partner Europcar übernehmen wolle. Der Autovermieter war vor ein paar Jahren von Volkswagen an französische Finanzinvestoren verkauft worden.

Der Autokonzern VW plant unterdessen seine Rückkehr ins Vermietgeschäft und will von Herbst an in Hannover 200 Golf anbieten. Der VW-Konkurrent Peugeot ist mit Verleihstationen in Berlin, München und Hamburg präsent. Größter Anbieter von Kurzzeit-Mietautos ist die Deutsche Bahn mit 2000 Fahrzeugen, inklusive 100 Elektroautos. Der Fuhrpark steht meist an Bahnhöfen.

Während die etablierten Unternehmen gerade große Städte mit Carsharing-Netzen überspannen, macht im Internet bereits die nächste Geschäftsidee die Runde - bei Nachbarschaftsauto.de oder Getaround.com oder "Tamyca". Das steht für "Take my car", und gemeint ist das private Verleihen eigener Autos. Menschen verdienen mit brachliegenden Ressourcen Geld, weil es für andere oft vorteilhafter ist, etwas nutzen zu können als es zu besitzen.

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