
Wer hohe sechsstellige oder gar eine siebenstellige Summe für ein Wohnmobil ausgibt, kann sich gewiss die teuersten Hotelzimmer, First-Class-Flüge oder luxuriöse Kreuzfahrt- oder Yacht-Trips leisten. Doch es gibt eine wohlhabende Klientel, die Wert darauf legt, im eigenen mobilen Heim durch die Welt zu reisen. Auf die von zu Hause gewohnten Annehmlichkeiten möchten solche Kunden natürlich nicht verzichten, beim Platz wollen sie sich gleich gar nicht einschränken. Also muss es ein großes Reisemobil sein, in das eine hochwertige Einrichtung, eine Menge Technik und am besten noch ein ganzes Auto passt. Kein Problem, sagen immer mehr Wohnmobil-Hersteller, und bieten genau solche Fahrzeuge an. Der eben zu Ende gegangene Caravan Salon in Düsseldorf war eine regelrechte Parade der Luxusmobile, für die man nicht nur viel Geld, sondern auch einen Lastwagen-Führerschein braucht. Lesetipp: Das sind die bezahlbaren Neuheiten des Caravan Salons 2016.
Morelo Empire Liner

Der Empire Liner von Morelo zum Beispiel baut wahlweise auf einem Fahrgestell des Mercedes Atego oder Iveco Eurocargo auf. Beide gehören dem Segment der mittelschweren Lastwagen an. Je nach Kundenwunsch ist der Empire Liner zwischen 8,50 und 11,50 Meter lang, die in Düsseldorf gezeigte Variante liegt mit 10,29 Meter ziemlich genau in der Mitte. Die Möbelfronten sind aus Mehrschicht-Materialien gefertigt. Hinzu kommen Palisander-Holz im Wohnbereich, Mineralwerkstoffe im Bad sowie Verriegelungen und Armaturen aus verchromtem Metall. Die verfügbaren Motoren leisten zwischen 251 und 320 PS, die Preise starten bei gut 380 000 Euro.
Concorde Liner Plus

Wie ein Reisemobil dieser Kategorie innen aussieht, zeigt der vergleichbare Liner Plus von Concorde. Auf einer Grundfläche von fast 28 Quadratmetern können sich die Reisenden voll entfalten, nachdem sie sich für einen der zehn möglichen Grundrisse entschieden haben. Platzangst müssen sie weder in der Küche noch im Bad oder im Schlafbereich haben. Alles ist hochwertig eingerichtet und großzügig dimensioniert. Das darf man für mindestens 326 300 Euro aber auch erwarten.
Volkner Performance S

Man kann aber auch 1,5 Millionen Euro für ein Wohnmobil ausgeben. Zum Beispiel für den Volkner Performance S. Der ist zwölf Meter lang, wiegt 18 Tonnen und verfügt über einen fast zehn Meter langen Slideout. Dieser Erker, der auf dem Campingplatz ausgefahren werden kann und damit den Wohnraum vergrößert, fehlt bei diesem Demonstrationsmodell allerdings. Stattdessen gibt ein Loch den Blick auf die edle Inneneinrichtung frei.
Vario Perfect 1200 SH Platinum

Wie so ein Slideout in echt aussieht, zeigt das neue Topmodell von Vario Mobil. Der zwölf Meter lange Dreiachser 1200 SH Platinum baut auf einem Mercedes-Actros-Chassis auf, wiegt bis zu 25 Tonnen und verfügt über einen 428 PS starken Dieselmotor. Die Kunden können die Inneneinrichtung frei wählen, das Düsseldorfer Ausstellungsstück ist mit seiner Kombination aus amerikanischem Nussbaumholz und hellen Lederpolstern also lediglich eine Inspirationsquelle. Dank riesiger Tanks - 500 Liter für Frischwasser, 400 für Abwasser, 390 für Diesel und 300 für die körperlichen Hinterlassenschaften der Reisenden - lässt sich eine ganze Weile abseits der Zivilisation überleben. Vorausgesetzt, vorher wurden mindestens 687 530 Euro an Vario Mobil überwiesen.

Der seltene Oldtimer, der hier auf der Rampe steht, ist übrigens nicht im Preis inbegriffen. Der Mercedes 300 SL Roadster schlägt den Wert des Reisemobils, in dessen Heckgarage er parkt, sowieso mit Leichtigkeit. Aber auch dann, wenn sich ein günstigeres Auto im Bauch des Motorcaravans befindet, ist das Konzept sinnvoll: Der mitgeführte Wagen gewährleistet, dass die Reisenden am Urlaubsort mobil sind, ohne sich ein Auto mieten oder gar mit dem riesigen Wohnmobil zu Ausflügen starten zu müssen. Lesetipp: Das sind die bezahlbaren Neuheiten des Caravan Salons 2016.
Hymer S-Klasse Studie

Der Name S-Klasse steht für Premium-Modelle. Sowohl im Mercedes-Portfolio als auch im Angebot des Reisemobilherstellers Hymer hatte die so bezeichnete Modellreihe eine Sonderstellung inne. Aktuell fehlt jedoch eine S-Klasse im Hymer-Programm - ein Umstand, der sich bald ändern wird. Auf dem Caravan Salon zeigte die Traditionsfirma eine etwa acht Meter lange, 2,40 Meter breite und 5,5 Tonnen schwere Studie ihres künftigen Topmodells. Wie die neue S-Klasse innen aussieht, blieb in Düsseldorf aber geheim, betreten durfte sie dort niemand. Nur einige Leser einer Fachzeitschrift, die das Interieur zusammen mit dem Hersteller entwickeln, wissen schon ein wenig mehr.
Bimobil EX 435

Für Touren in entlegene Gebiete sind Fahrzeuge wie der EX 435 von Bimobil gemacht. Um die Geländegängigkeit der Unimog-Basis nicht zu schmälern, ist der Wohnaufbau so gelagert, dass er selbst dann möglichst waagerecht und stabil bleibt, wenn sich der Mercedes durch grobes Geröll wühlt. Damit er das möglichst souverän tut, verfügt er über Allradantrieb, Differenzialsperren und auf Wunsch eine Geländeuntersetzung.

Der Bimobil ist für zwei Personen ausgelegt. Waschbecken, WC und Dusche befinden sich auf der Fahrerseite, die Küche liegt gegenüber. Soll die Hecksitzgruppe in eine Schlaflandschaft verwandelt werden, wird der Tisch eingefahren und das Hubbett auf Knopfdruck nach unten gelassen. Die in ihrem Farbdesign fragwürdigen Polster verschwinden dadurch leider nicht ganz. Und den Preis von mindestens 280 000 Euro muss ein Interessent erst einmal auf dem Konto haben.
Expeditionsfahrzeug von Action Mobil

Ähnlich grün, aber ohne kruden Farbmix ist dieser Offroader von Action Mobil eingerichtet. Im hinteren Teil der Wohnkabine ist genug Platz für eine U-förmige Sitzgruppe und ein dahinterliegendes Queensize-Bett. Mobilität am Urlaubs-, Expeditions- oder Abenteuerort garantieren ein Enduro-Motorrad, das am Heck des Wohnmobils untergebracht werden kann, und Fahrräder, die sich hinter der Seitenklappe verstecken. Der Preis beträgt fast 700 000 Euro.

Der Zweiachser auf MAN-Basis ist 340 PS stark, sieben Meter lang und maximal 18 Tonnen schwer und gehört trotzdem nur zu den Einstiegsmodellen der österreichischen Firma. Die Riesen aus eigener Produktion, etwa den Atacama mit drei Achsen oder das vierachsige Monster namens Desert Challenger, hat Action Mobil diesmal zu Hause gelassen. Lesetipp: Das sind die bezahlbaren Neuheiten des Caravan Salons 2016.