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Car2go-Projekt in Ulm:Adieu ÖPNV

Frank Müller ist umgestiegen. Sein eigenes Auto, ein Fiat Seicento, bleibt wochentags in der Garage. Innerhalb von Ulm ist der 30-Jährige fast nur mit den weißblauen Miet-Smarts von Car2go unterwegs.

"Meistens fahre ich mit dem Car2go-Smart zur Arbeit", sagt der Ulmer Frank Müller, als er seinen rosafarbenen Führerschein gegen das Codierfeld an der Frontscheibe drückt: "Das spart mir 25 Minuten Fußweg und ich bin flexibel für den Rest des Tages. Oft nehme ich gleich noch meine Frau mit, die im gleichen Büropark arbeitet."

So begehrt, dass die vorgesehenen Parkplätze mitunter knapp werden: das Car2go-Projekt in Ulm

(Foto: Foto: Pressinform)

Angefangen hatte sein Einstieg ins Carsharing-Geschäft Mitte März. Nachdem er bereits einiges vom Ulmer Car2go-Projekt gelesen hatte, wurde der Software-Entwickler von Harman-Becker durch eine Radiosendung endgültig auf eine Testphase aufmerksam. Er meldete sich bei SWR3 und gewann ein Startguthaben in Höhe von 50 Euro. "Das reichte für drei oder vier Wochen", erinnert sich Müller. Mittlerweile hat Car2go bei ihm sogar den öffentlichen Verkehrsmitteln den Rang abgelaufen, mit denen er und seine Frau zuvor bevorzugt innerhalb der Ulmer Stadtgrenzen unterwegs waren.

Pro Jahr ist Frank Müller mit dem Auto immerhin zwischen 12.000 und 15.000 Kilometern unterwegs. Auf das eigene Auto verzichten möchte er schon wegen der längeren Strecken zu Freunden und Verwandten am Wochenende nicht. "Doch in der Woche lasse ich den eigenen Fiat immer stehen und bin ausschließlich mit den Car2go-Autos unterwegs."

So wie Frank Müller machen es mittlerweile immer mehr Ulmer. "Seit dem offiziellen Start des Projekts am 27. März haben sich mehr als 7000 Personen registriert und den kleinen Code-Aufkleber auf den eigenen Führerschein kleben lassen", freut sich Projektleiter Robert Henrich: "An sich hatte ich bis Jahresende mit maximal 5000 Kunden gerechnet. Jetzt werden es im Sommer schon 10.000 sein."

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