Das faltbare Zelt auf dem Dach hat für viele Käufer den Vorteil, dass der Bus mit einer Höhe von knapp über zwei Metern in fast alle normalen Garagen und Parkhäuser passt. In Kombination mit dem im Vergleich zum Westfalia niedrigeren Preis wird er in vielen Familien zum Mehrzweckfahrzeug: in den Ferien zum Campingplatz an den Gardasee, ansonsten als braver Transporter zu Supermarkt, Schule und Arbeitsplatz.

VW bewirbt ihn aber natürlich vorwiegend als Urlaubsmobil, etwa zur Markteinführung des T4-Reisebusses im Jahr 1990: "Hotel California. Ruhige Lage, komfortable Ausstattung, Panorama garantiert." Fast 160 000 Californias hat VW bis heute verkauft, und die Nachfrage wird nicht weniger. Das gilt nicht nur für die Generation, die mit den Eagles großgeworden ist, oder für diejenigen, die mit Urlauben im VW-Bus aufgewachsen sind. Die Textzeile "You can check out any time you like / But you can never leave!", wird jeder unterschreiben, der einmal mit einem Bulli unterwegs war. Was im Eagles-Song dramatisch gemeint ist, bedeutet für viele Camper: einmal VW-Bus, immer VW-Bus! Schon vor Jahren hat sich so auch der Autor dieses Textes von seiner Frau anstecken lassen, die als Kind sämtliche Ferien im Bulli der Familie verbracht hat. Der damals vierjährige Gebrauchte kostete 1989 die Schwiegereltern 24 000 Mark; dank Kultstatus und Campingboom dürfte der Wert des Oldtimers heute deutlich darüber liegen. Zum 30-jährigen California-Jubiläum und weil der Familien-T3 immer noch rollt, eine Doppel-Testfahrt gen Italien: mit einem topausgestatteten und gut 80 000 Euro teuren T6 California in der Variante Ocean und einem seiner Urahnen, dem Westfalia Sport Joker, Baujahr 1985.

Bild: Matthias Kohlmaier 24. September 2018, 05:282018-09-24 05:28:10 © SZ.de/mkoh