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BMW X6 Hybrid:Lautlos posen

Nichts ist in Kalifornien beliebter als elektrisch zu fahren. Das geht jetzt auch mit dem brachialen, wenig sparsamen und nicht gerade preiswerten BMW X6 Hybrid.

Stefan Grundhoff

Elektro- und Hybridautos sind bei Amerikanern nach wie vor heiß begehrt. Der vollelektrische Tesla Roadster ist die coolste Nummer im Sunshine State, selbst der wenig ansehnliche Toyota Prius erfreute sich im US-Bundesstaat mit den unbegrenzten Möglichkeiten in den letzten Jahren großer Beliebtheit. Doch die Zeiten, in denen sich der Prius zusammen mit seinem großen Bruder Lexus RX 400 Hybrid allein unter der elektrischen Sonne aalen konnte, sind vorbei. Mit üppiger Verzögerung kommen nun auch die europäischen Luxus-SUV auf den amerikanischen Markt. Der Mercedes ML Hybrid machte den Anfang, im Dezember folgt der BMW Active Hybrid X6.

Nichts lässt den Stromer in ihm erkennen: BMW X6 Hybrid

(Foto: Foto: Pressinform)

In einem 485-PS-Luxusgeländewagen lautlos durch Beverly Hills zu gleiten, das hätte sich vor ein paar Jahren noch nach einem Fantasy-Streifen aus den Hollywood Studios angehört. Doch die Zeiten ändern sich. Gerade BMW macht sich mit seinem beliebten Power-SUV namens X6 Hoffnungen, bald der ungekrönte Elektrokönig von Kalifornien oder Florida zu werden. Die Chancen stehen nicht schlecht, denn der Großteil der X6 wird in den finanzstarken Staaten der USA verkauft. Viele Kunden in Los Angeles, San Francisco, Miami Beach oder New York wollen ein mächtiges SUV fahren, ihr Gewissen aber wenigstens mit einem teilelektrischen grünen Feigenblatt reinwaschen. In Europa dürfte sich der BMW Active Hybrid X6 jedoch schwer tun. Die Diesel-Armada scheint übermächtig - sie ist deutlich günstiger und effizienter.

Doch BMW zeigt sich selbstbewusst. "Der X6 wird die Sichtweise auf Hybridautos verändern", glaubt Projektleiter Peter Tünnermann, "er ist eben der X6 unter den Hybriden". Und das zu einem Einstandspreis von gigantischen 102.900 Euro, über 25.000 Euro teurer als ein BMW X6 5.0i xDrive und rund 45.000 Euro mehr als der beliebte Einsteiger-Diesel im X6. Die Bayern lassen sich die Stromstöße also unverschämt teuer bezahlen. Sparsamer als ein X6 Diesel ist der Hybrid sowieso nicht. Doch die Amerikaner sind partout nicht zum Umstieg auf die Selbstzünder zu bewegen. Sie wollen Power - und Elektro. Beides bietet der BMW X6 Hybrid. Und das Ganze zu einem Preis, der in den USA weit konkurrenzfähiger ist: 89.900 Dollar sind umgerechnet gerade einmal 60.000 Euro.

Ist der BMW Active Hybrid X6 gerade noch lautlos mit bis zu 60 km/h rein elektrisch durch die Hollywood Hills Richtung Mulholland Drive gecruist, macht er beim Abbiegen auf den Pacific Coast Highway mächtig Dampf. Die beiden im Two-Mode-Automatikgetriebe untergebrachten Elektromotoren leisten 86 und 91 PS. Der eine sorgt beim Anfahren und langsamer Fahrt für den geräuschlosen Vortrieb, der andere springt zusammen mit dem 4,4 Liter großen Achtzylinder-Turbo in die Bresche, wenn der Fahrer Leistung sehen - und spüren - will.

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