Süddeutsche Zeitung

BMW X1:Endlich enthüllt

BMW stellt sein Kompakt-SUV nun offiziell vor. Wie sein großer Bruder X3 hat das Modell einige Jahre Vorsprung gegenüber der Konkurrenz - was auch dringend notwendig ist. Bilder und Fakten

Da werden sich nicht nur die SUV- und meist eher weiblichen Autofahrer freuen: Der kleine BMW X1 steht ab 24. Oktober beim Händler. Auf einen Premium-Konkurrenten wartet der in Leipzig produzierte Crossover noch knapp zwei Jahre: Audi hat erst vor Monaten entschieden, dass der Q3 im Seat-Werk Martorell gebaut wird, auch die kleinwüchsige SUV-Konkurrenz von Mercedes, Fiat und Volvo steckt noch in der frühen Erprobungsphase.

Knapp zwei Jahre hat der BMW X1 daher im begehrten Hochpreissegment freie Fahrt. Nach der IAA im Herbst ist es soweit. Der kleine Bruder des bekannt erfolgreichen BMW-Triumvirats aus X3, X5 und X6 rollt zu den Händlern und macht Jagd auf die kompakte SUV-Klasse mit Toyota RAV4, Ford Kuga oder VW Tiguan.

Mit 4,46 Metern Länge und 1,5 Tonnen Gewicht ist der auf der Plattform des 3er Touring entwickelte X1 ein gutes Stück kleiner als der erfolgreiche X3. "Der Radstand des X1 ist mit 2,76 Metern der gleiche wie beim Allrad-getriebenen 3er Touring", weist Fahrwerksentwickler Ulrich Treffer auf die enge Verwandtschaft zum Volumenmodell hin, "jedoch bietet der X1 eine Bodenfreiheit von 19,4 Zentimetern."

Bei normaler Fahrt verteilt der X1 seine Motorleistung im Verhältnis 40:60 zugunsten der Hinterachse; er kann die Kräfteverhältnisse jedoch variabel dem Untergrund anpassen. Für den Fall der Fälle sorgt das im leicht unwegsamen Geläuf für die nötigen Reserven.

Keine Start-Stopp-Automatik beim Top-Diesel

Während die Benziner mit vier und sechs Zylindern an den Start gehen, müssen die Diesel aus Gewichts- und Platzgründen mit vier Brennkammern auskommen. Topmodell ist der X1 23d xDrive, der vom bekannten Zweiliter-Diesel mit doppelter Turboaufladung befeuert wird. Mit 150 kW / 204 PS und 400 Nm bei 2000 U/min lässt er der als Volumenmodell geplanten X1 20d xDrive (130 kW / 177 PS, 350 Nm) wohl deutlich hinter sich.

Die Höchstgeschwindigkeit des X1 23d liegt bei 205 km/h. Nur die Sportabstimmung lässt ihn 223 km/h schnell laufen. Den Spurt 0 auf 100 km/h erledigt der Allradler in 7,3 Sekunden. Der Topdiesel ist jedoch nur mit der bekannten Sechsgang-Automatik zu bekommen, die sich einiges an Drehfreude einverleibt. So fehlt bei ihm auch die erwartete Start-Stopp-Automatik und der Verbrauch soll sich bei 6,3 Litern Diesel auf 100 Kilometern einpendeln.

Etwas weniger Fahrspaß dürfte das Volumenmodell X1 20d xDrive bieten. Es schafft 213 km/h Spitze und soll durch die Kombination aus regenerativem Bremssystem und Start-Stopp-Funktion nur 5,8 Liter Diesel verbrauchen. Die weiteren Versionen X1 18d, X1 18i, X1 20i und X1 28i dürften in Deutschland nur Nebenrollen spielen: Sie bieten ihren Insassen ein Leistungsspektrum von 143 bis 265 PS sowie Verbräuche ab 5,2 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Im kommenden Jahr soll als Nachzieher eine Sparversion mit weiteren Effizienzmaßnahmen und Heckantrieb auf den Markt kommen. Er dürfte knapp unter fünf Litern Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen.

Im Innenraum präsentiert sich der 1,55 Meter hohe BMW X1 in den bekannten Dimensionen des 3er Touring. Vorne geht es ausreichend dimensioniert und durchaus langstreckentauglich zu. Jedoch könnten der Verstellbereich von Lenkrad und Sitzlehne größer sein, damit auch groß gewachsenen Fahrer für lange Touren die rechte Sitzposition finden.

Der neue 3er stand Pate

Bedienelemente und Armaturentafel mit der aktuellen iDrive-Generation stammen ebenfalls aus der überarbeiteten 3er-Generation. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 geteilt umklappen und die Lehne in der Neigung verstellen. Eine verschiebbare Rückbank ist jedoch ebenso wenig lieferbar wie eine elektrische Heckklappe. Das Laderaumvolumen liegt zwischen 420 und 1350 Litern.

Der Preis für das allein heckgetriebene Basismodell BMW X1 18i sDrive liegt bei 27.200 Euro. Der Basisdiesel X1 18d startet bei 29.550 Euro Ende 2009 - ebenfalls als Hecktriebler.

Das günstigste Allradmodell ist der BMW X1 18d xDrive für stattliche 31.550 Euro. Das macht einen Preisvorteil von rund 4000 Euro zum klassenhöheren Bruder X3, der bei 35.500 Euro startet. Die Topmodelle 23d und 28i sind allein als Allradversionen zu bekommen und kosten 38.800 bzw. 41.500 Euro - Automatik inklusive.

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