BMW Vision EfficientDynamics:Bei Dauertempo ist der Akku in acht Minuten leer

Besondere Beachtung verdient der neue Dreizylinder, der als Diesel aus 1,5 Liter Hubraum 163 PS und 350 Nm Drehmoment herausholt. Der Benziner mobilisiert sogar bis zu 190 PS und 270 Nm.

"Dieser Motor ist keine Verzichtserklärung", weiß ein Experte aus der Triebwerksentwicklung, "er erinnert vielmehr an die 3=6-Gleichung, mit der ein anderer deutscher Hersteller in den Nachkriegsjahren die Laufruhe und die Kraftentfaltung des Dreizylinders treffend symbolisiert hat."

Zu den technischen Besonderheiten der modularen Neukonstruktion aus München gehören das Zusammenspiel von Turboaufladung, Direkteinspritzung und Valvetronic. Während die mit Motordrehzahl rotierende Ausgleichswelle gegen die Trägheitsmomente vorgeht, bekämpft das in das Zweimassenschwungrad integrierte Fliehkraftpendel die Drehschwingungen. Klingt kompliziert, ist kompliziert, hat aber in Summe durchaus das Zeug dazu, den einstigen 3=6-Anspruch von DKW nach Art des Hauses neu zu beleben.

In der leeren Leipziger Messehalle wirkt das Coupé mit der Duschvorhang-Tarnung wie ein Wesen von einem anderen Stern. Noch gibt es keinen voll funktionsfähigen Prototyp, den BMW auf dem abgeschirmten Prüfgelände in Miramas einem echten Härtetest unterziehen könnte.

Doch auf den Computern der zuständigen Fachabteilung ist der i8M in der Nürburgring-Simulation bereits schneller als ein Porsche 911 Turbo S. Nur mit der Batterieentladung haben die Techniker noch ihre liebe Not. Bei Dauertempo 200 km/h würden binnen acht Minuten alle Lichter ausgehen, und nach zwei Vollgassprints von null auf 100 km/h leuchtet am Rechner zuverlässig die rote Warnlampe auf.

Auch das Design wird nicht exakt in dieser Form überleben - Nachbesserungsbedarf in Bezug auf Kühlluftführung und aerodynamische Stabilität zwingen die Zeichner zurück an die Rechner. Dabei dürften auch die Flügeltüren aus Plexiglas zur Disposition stehen. Sie gelten vor allem im Hinblick auf den Seitenaufprallschutz als problematisch.

Und auch über die Zahl der Sitze ist nicht endgültig entschieden, denn der Innen-Raum ist eher beschränkt. Bis zur Produktionsfreigabe wird sich der futuristische Flügeltürer also noch ein paarmal umziehen müssen. Die Markteinführung ist für 2013 geplant.

© SZ vom 08.11.2010/gf
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