Blech der Woche (69): Lancia Flavia Berlina:Hierzulande unbekannt

Bei der Automarke Lancia schieden sich schon in den sechziger Jahren die Geister: Entweder man mochte das skurrile Aussehen der Italiener - oder man lehnte es kategorisch ab. Bei Kay Borck war es Liebe auf den ersten Blick.

In der Serie "Blech der Woche" stellt die Redaktion von sueddeutsche.de Old- und Youngtimer vor - frei nach den Motti: Alte Liebe rostet nicht, oder: Liebe geht durch den Wagen. Schließlich ist die Beziehung von Mensch und Maschine eine unendliche Geschichte voller Leidenschaften.

Blech der Woche (69): Lancia Flavia Berlina: Lancia Flavia Berlina: Bei Kay Borck war es Liebe auf den ersten Blick.

Lancia Flavia Berlina: Bei Kay Borck war es Liebe auf den ersten Blick.

(Foto: Foto: Carsablanca)

Wer sich, wie Kay Borck (berlina), rund 20 Jahre lang beruflich mit den jeweils aktuellen Modellen von Lancia beschäftigt hat, der hat sich im Grunde bereits entschieden. Da ist es dann nur noch eine Frage der Zeit, bis man auch privat dem Drängen nachgibt. Bei Kay hat es immerhin knapp vier Jahre gedauert, bis er seinen ersten Lancia Oldtimer kaufte, ein Fulvia Coupé. "Den habe ich bis zur letzten Schraube zerlegt und restauriert", berichtet der Berliner. Daraus entwickelten sich dann seine Aktivitäten in der Lancia Oldtimerszene, die in der Organisation der "Lancia Freunde Berlin" und der "Lancia Fulvia und Flavia IG" mündeten.

"In dieser Zeit habe ich so ziemlich jedes Modell besessen, das Lancia in den letzten 40 Jahren auf den Markt gebracht hat, meistens hatte ich mehrere Fahrzeuge gleichzeitig", bekennt sich Kay Borck zu "seiner" Marke. Als er dann 2001 bei einem IG-Kollegen erstmals eine Flavia Berlina sah, war es passiert: "Das war sozusagen Liebe auf den ersten Blick", gibt Kay zu. "Es handelte sich um eine 1500er Ausführung der ersten Serie und damit um ein hierzulande extrem rares Teil, denn das Modell ist nie offiziell importiert worden. Also begann von diesem Moment an die Suche."

Die natürlich in Italien statt finden musste. Es sollte viel Zeit vergehen, bis Kay Borck das passende Exemplar fand, denn "wie das so ist bei Limousinen, keiner schätzt sie richtig und keiner hebt sie auf. Bei nur gut 28.000 gebauten Exemplaren ist die Verfügbarkeit heute entsprechend gering". Nach vier Jahren fand Kay Borck schließlich - dem Internet sei Dank - eine passende Offerte. Im Frühjahr 2005 wurde im italienischen Ligurien eine blaue Flavia angeboten, die sich in gutem, weitgehend originalem Zustand befinden sollte. Kay aktivierte seine Kontakte und ließ den Wagen von einem Münchner Lancia-Freund begutachten, der in Italien zu überwintern pflegte.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB