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Benzinverbrauch:Alternative Informationsquellen

Das größte Problem: Das alles ist völlig legal. Die T&E-Studie beklagt: "Es gibt keinerlei Anzeichen, dass die Autobauer irgendwelche Gesetze brechen, sie müssen das auch gar nicht. Die aktuellen Vorgaben sind so lax, dass es weitreichende Möglichkeiten gibt, die Testergebnisse zu manipulieren." Als Folge der Erkenntnisse fordert Greg Archer von T&E: "Wir müssen die aktuellen Schlupflöcher schließen." Doch wie das geschehen soll, ist bisher völlig unklar.

Eine alternative Informationsquelle für Verbraucher könnten die Ergebnisse anderer Tests sein. In den USA beispielsweise liefert das Prüfverfahren FTP realistischere Verbrauchsangaben als es der europäische Testzyklus kann. Denn die US-Amerikaner streuen verbrauchssteigernde alltagsnahe Faktoren ein: Berufsverkehr, Vollgasfahrten oder eingeschaltete Klimaanlage beispielsweise.

In Deutschland verfolgt der ADAC ein ähnliches Ziel mit dem Ecotest. Vor knapp einem Jahr hat der Autoclub das Testverfahren modifiziert, um eine Vergleichbarkeit zwischen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren und anderen Antriebsarten wie beispielsweise Hybridautos erreichen zu können.

Internationaler Standard als Lösung

Die ADAC-Messungen sind ein nützliches Vergleichsinstrument für Verbraucher. Doch die unrealistischen Ergebnisse des NEFZ existieren vorerst weiter. Abhilfe soll der neue weltweit gültige WLTP-Zyklus ("Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure") schaffen. Politik und Autoindustrie müssen sich allerdings erst auf dieses neue Verfahren einigen. Laut Informationen des Handelsblatt könnte der Zyklus 2016 oder 2017 dann als weltweite Norm eingeführt werden. Bisher erweisen sich die Autohersteller allerdings als zähe Verhandlungspartner: Sie befürchten Nachteile in Hinblick auf Zusagen zu bestehenden CO2-Auflagen.

Die Studie von T&E indes empfiehlt der Politik ein hartes Durchgreifen im Umgang mit der Industrie: "Die Autobauer betrügen die Politik, indem sie Verbrauchstests manipulieren und Fahrzeuge produzieren, die ihre Verbrauchsziele nur im Labor, nicht aber auf der Straße erreichen. Die Datenmanipulation wird nicht enden, ehe die Politik einschreitet."