Autonomes Fahren Google stoppt offenbar sein Autoprojekt

Wie amerikanische Medien berichten, werden Googles selbstfahrende Autos bald keine Testkilometer mehr absolvieren.

(Foto: AP)
  • Einem amerikanischen Medienbericht zufolge stoppt Google die Entwicklung seines geplanten selbstfahrenden Autos.
  • Stattdessen will der Mutterkonzern Alphabet verstärkt mit traditionellen Autokonzernen zusammenarbeiten und die Kooperation mit Fiat Chrysler intensivieren.

Google und seine kleinen eiförmigen Vehikel, das gehörte in den vergangenen Jahren eng zusammen. Das Weltunternehmen entwickelte sie seit etwa acht Jahren, begleitete mit ihnen den Fortschritt des autonomen Fahrens und ließ sie bislang bereits mehrere Millionen Testkilometer absolvieren. Doch einem amerikanischen Medienbericht zufolge stoppt Googles Mutterkonzern Alphabet nun die Entwicklung. Ein in Eigenregie von Google hergestelltes selbstfahrendes Auto wird es demnach nicht geben.

Dem Silicon-Valley-Branchendienst The Information zufolge will sich der Konzern nun verstärkt um Kooperationen mit etablierten Autoherstellern kümmern und seine Technologie in herkömmlichen Fahrzeugen einsetzen. Dadurch mache man sich Hoffnungen, bereits Ende 2017 einen kommerziellen Fahrdienst mit selbstfahrenden Autos anbieten zu können, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Der Zeitplan hänge allerdings von der Entwicklung des Prototyps mit Fiat Chrysler ab. Früheren Ankündigungen zufolge sollen zunächst 100 Minivans des Modells Chrysler Pacifica umgebaut werden, um Googles Roboterwagen-Technik in den Fahrzeugen unterzubringen.

Von international tätigen Zulieferern der Autoindustrie ist schon länger zu hören, dass Google von seinen Plänen, ein Auto in Eigenregie zu bauen, abgerückt ist. Seinen markant geformten elektrischen Zweisitzer hatte das Unternehmen 2014 vorgestellt. Es hieß, in Zukunft sollen diese Wagen komplett vom Computer gesteuert werden und ganz ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Die Prototypen, die aktuell in der Google-Heimatstadt Mountain View in Kalifornien sowie in Austin in Texas unterwegs sind, haben jedoch noch Pedale und Lenkrad, unter anderem, weil die Straßenverkehrsordnung dies verlangt.

Dass Google sein Projekt nun offenbar nicht mehr in Eigenregie fertigstellen will, war offenbar auch der Grund für den Weggang des langjährigen Entwicklungschefs Chris Urmson. Dieser verließ das Unternehmen im Sommer, weil er an den eigenen (Google-)Autos weiterarbeiten wollte, schreibt The Information. Urmson will jetzt dem Tech-Blog Recode zufolge ein eigenes Start-up für Roboterwagen-Software auf die Beine stellen. Das Google-Roboterwagenprojekt mit dem internen Codenamen "Chauffeur" soll unterdessen laut Medienberichten demnächst zu einer eigenständigen Tochterfirma unter dem Alphabet-Dach werden. Bei Google war bisher niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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