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Automatisiertes Fahren:Verunglückter Tesla-Fahrer ignorierte Warnhinweise des Autopiloten

Verunglückter Tesla Model S

In den USA starb am 7. Mai 2016 ein Fahrer, als sein Tesla gegen einen Lastwagen-Anhänger prallte. Zu diesem Zeitpunkt war der Autopilot aktiv.

(Foto: Reuters)
  • Der Tesla-Fahrer, der vor einem Jahr trotz eingeschalteten Autopiloten tödlich in Florida verunglückte, ignorierte Warnhinweise des Assistenzsystems.
  • Das teilte die US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB) nun in einem Untersuchungsbericht mit.
  • Der Fahrer wurde mehrfach aufgefordert, die Hände ans Lenkrad zu nehmen. Zudem fuhr er mit leicht überhöhter Geschwindigkeit.

Der vor einem Jahr in den USA tödlich verunglückte Fahrer eines Tesla-Elektroautos hat Ermittlungen der US-Regierung zufolge wiederholt Warnungen des Autopiloten missachtet. Der Mann hatte trotz mehrfacher Aufforderung des eingeschalteten Fahrassistenten über einen längeren Zeitraum nicht die Hände am Lenkrad, wie aus dem nun vorgelegten Untersuchungsbericht der US-Behörde für Transportsicherheit (NTSB) hervorgeht.

Dem 500 Seiten starken Bericht zufolge ignorierte der Fahrer sowohl optische als auch akustische Warnsignale der Computersteuerung. Außerdem war er um etwa 15 km/h schneller als erlaubt unterwegs. Der Fahrer war im Mai vergangenen Jahres bei einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen im US-Bundesstaat Florida ums Leben gekommen. Der Anwalt der Familie teilte mit, der Bericht widerlege Medienberichte, denen zufolge der Tesla-Fahrer zur Zeit des Unfalls einen Film geschaut habe.

Bei dem Unglück war der Tesla-Fahrer unter einen Lkw-Auflieger geraten, der beim Linksabbiegen dessen Fahrbahn versperrte. Zu diesem Zeitpunkt war der Autopilot aktiviert. Dass der nicht wie vorgesehen reagierte und bremste, um den Aufprall zu verhindern, lag Tesla zufolge daran, dass die Systeme den weißen Lastwagen vor dem hell erleuchteten Himmel nicht als solchen erkannten, sondern für eine hoch über der Straße angebrachte Schilderbrücke hielten.

Der Unfall hatte in der Autobranche für Diskussionen gesorgt, denn zahlreiche Hersteller setzen für die Zukunft auf das autonome Fahren. Der Erfolg der neuen Technik steht und fällt mit deren Sicherheit. Tesla gehört zu den Pionieren der neuen Technologie, aber auch die deutsche Autoindustrie ist in diesem Bereich sehr aktiv. Hinzu kommen IT-Konzerne wie Google und Apple oder der Fahrdienstvermittler Uber, die intensiv im Bereich des hochautomatisierten Fahrens forschen.

© SZ.de/Reuters/harl/mkoh

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