Autoklassiker (42): 40 Jahre Lada Russen-Kante

Vier Jahrzehnte Lada? Für manche bedeutet das nur: 40 Jahre Not und Elend. Doch als die kantige Sowjet-Limousine VAZ 2101 im Jahr 1970 erstmals vom Band rollte, legte sie den Grundstein für eines der erfolgreichsten Weltautos aller Zeiten.

Es ist eiskalt in St. Petersburg, und der junge Mann mit der schäbigen Jacke flucht wie ein Rohrspatz. Der Scheibenwischer seines alten Lada klemmt mal wieder, mit einer Zange würgt der Mann daran herum. Ein paar Kilometer weiter steht ein weiterer Lada am Straßenrand, die Motorhaube ist in ihrer üblichen Position - offen zur Reparatur. Der Fahrer versucht seinen Tag zu retten.

Russen-Kante

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Die Chance, dass er das Auto wieder zum Laufen kriegt, ist hoch. Der Lada ist wie ein russischer Bär, den haut so schnell nichts um.

Die Geschichte des sowjetischen Kultautos begann Mitte der sechziger Jahre. Damals konnte in der UdSSR selbst die dümmste Propaganda nicht mehr überspielen, dass das Riesenland in Sachen Mobilität hoffnungslos hinterher hinkte. Auf 1000 Einwohner kamen nicht einmal sechs Autos, eigene Produkte wie Moskwitsch oder Saporoschez konnten den Bedarf nicht decken.

Durch die guten Beziehungen zur Kommunistischen Partei Italiens kam schließlich ein Kontakt zu Fiat zustande, der im Grundstein für die erste Lada-Fabrik mündete. Der Name soll auf das Wort Ladja (Lastkahn) zurückgehen.

Der erste Lada mit der Typenbezeichnung VAZ 2101 hieß auch Shiguli, benannt nach einer Landschaft am Wolga-Ufer. Er war ein Lizenzbau des Fiat 124. Der Italiener war 1966 auf den Markt gekommen und 1970 immer noch ein modernes Auto.

Als Lada musste der Fiat 124 allerdings sowjetischen Bedürfnissen angepasst werden. Er hatte ein verstärktes Fahrwerk mit 35 Millimetern mehr Bodenfreiheit, eine fünffach statt dreifach gelagerte Kurbelwelle und eine bessere Heizung.

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