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Autoklassiker (44): VW Iltis:Fürs Militär ein Flop

Land Rover Defender

Abenteuer Urgestein

Bei der Bundeswehr floppte der VW Iltis. Die Verantwortlichen hatten sich von dem Nachfolger des kleineren und leichteren DKW Munga deutlich mehr erhofft. So wurde der Iltis, der intern als "Lkw 0,5 t tmil gl" - 0,5 Tonnen Zuladung, teilmilitarisiert und geländegängig - bezeichnet wurde, schon nach wenigen Jahren sukzessive vom zwar teureren, aber auch deutlich robusteren Modell der Mercedes G-Klasse (interne Wehrbezeichung "Wolf") ersetzt.

Der VW Iltis war wegen seiner Geländegängigkeit aber durchaus vielseitig einsetzbar. Das Planenverdeck jedoch war trotz stabilem Überrollkäfig eine überaus windige Lösung, die den Erfolg als ziviles Straßenfahrzeug zusätzlich erschwerte. Die besonders gut ausgestatteten Modelle glänzten sogar mit Seriensitzen aus dem Audi 80 / 90 mit weichem Flockvelours.

Der Fahrer konnte sich dann sogar über eine Sitzheizung freuen, während aus dem Frontgebläse die wohlig warme Heizungsluft bollerte. Die zivile Iltisversion bot sogar ein Kassettenradio. Davon konnten die Rekruten bei der Grundausbildung in ihren kargen und zumeist klappernden Nato-Hüpfern nur träumen. Das kantige Heck wurde von der Halterung für die überlange Funkantenne, den Ersatzreifen und dem Ersatzkanister dominiert. Hübsch ist anders, aber seinen urwüchsigen Charakter kann man dem Allradler kaum absprechen.

Als der VW Iltis im Jahre 1982 an seinem Produktionsstandort Ingolstadt auslief, wurde die komplette Produktionsstraße an den kanadischen Mischkonzern Bombardier verkauft. Der baute den Iltis in einer leicht modifizierten Form unter anderem für kanadische und belgische Streitkräfte weiter.

Heute gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt nur selten VW-Iltis-Modelle und besonders wenige, die sich als gut gepflegt erweisen. Die meisten Modelle sind ehemalige Fahrzeuge der Bundeswehr oder der belgischen Armee. Sie kosten zwischen 3000 und 6000 Euro.

Einen der raren zivilen Iltisse zu ergattern ist nahezu unmöglich. Schließlich wurden gerade einmal 616 Stück in Ingolstadt gebaut - auch der Lizenznachfolger Bombardier baute ja ausschließlich Militärversionen.

Iveco Campagnola

Noch ein Haudegen