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Autoklassiker (44): VW Iltis:Gelände und Dauerlauf sind seine Domänen

Wer genügend Geduld mitbringt, knackt mit Anlauf sogar die 130-km/h-Marke. Aufgrund des hohen Fahrzeuggewichts wird der Spurt 0 auf Tempo 100 zum Dauerlauf von mehr als 20 Sekunden. 14 Liter Durchschnittsverbrauch sind auch eher Minimum als obere Grenze.

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Unerschütterlich humorlos

Besser schlägt sich der Hecktriebler mit zuschaltbarem Allradantrieb im Gelände. Der Leiterrahmen ist rustikal und die Überhänge sind kurz. Differenzialsperren vorn und hinten sowie eine Untersetzung sorgen dafür, dass es für den Iltis selbst im schweren Gelände kaum ein Halten gibt.

Die Sperren werden am Fahrzeugboden an den Sitzschienen bedient. Wie es richtig geht, zeigen Pfeildiagramme auf dem Armaturenbrett, wo es außer einem vom Käfer entliehenen Zentralinstrument nicht viel zu beäugen gibt. Tacho, Tankanzeige und Kilometerzähler - das war es.

Steile Anstiege sind im ersten Gang jedoch selbst bei Eis und Schnee problemlos zu bewältigen und auch bei tiefen Wald- oder Wasserdurchfahrten kann der Iltis mehr als 30 Jahre nach seiner Premiere noch überzeugen. Insbesondere die große Bodenfreiheit und der kurze Radstand machen sich bei Bergkuppen und großen Hindernissen angenehm bemerkbar. Das Heck hat im Fahrbetrieb allerdings seine Tücken - mit 4x4-Vortrieb geht es sicherer.

Entwickelt und produziert wurde der Iltis für die Streitkräfte. Doch nur ein paar Monate nach seiner Publikumspremiere auf dem Genfer Salon im Frühjahr 1979 sorgte der Offroad-Volkswagen schon für einen Donnerschlag: Mit dem Audi-Werksfahrer Freddy Kottulinsky am Steuer gewann die Koproduktion aus Wolfsburg und Ingolstadt die Rallye Oasis, den herausfordernden Vorläufer der Materialschlacht Paris-Dakar, seinerzeit die härteste Rallye der Welt.

Auch die drei weiteren Iltisse konnten sich mit den Plätzen zwei, vier und neun im Vorderfeld platzieren. Das Siegerfahrzeug mit der Startnummer 137 ist heute im Volkswagenmuseum in Wolfsburg zu besichtigen.

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Gelände-Legende