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Autoklassiker (18): Renault Espace:Space Invaders

Vor 25 Jahren ließ Renault alle Kombis über Nacht alt aussehen: Der Espace begründete das Segment der Mini-Vans.

S. Viehmann

Schrecksekunden sind für Raumfahrt-Pioniere nichts Ungewöhnliches. Wer sich auf neues Terrain wagt, muss schließlich Risiken eingehen. Als 1984 für den Renault Espace nur neun Bestellungen eingingen, blieb den Franzosen aber erst mal das Croissant im Hals stecken. Zu neu, zu gewagt erschien den Kunden das Auto - ein Kleinbus mit Pkw-Allüren, und dann auch noch statt Bleche eine tragende Struktur aus galvanisiertem Stahl, mit Kunststoffpaneelen verkleidet.

Der erste Espace (links) und sein aktueller Nachfolger: Er hat ein ganzes Segment begründet.

(Foto: Foto: Pressinform)

Doch es dauerte nicht lange, bis man im kinderreichen Frankreich die geniale Idee hinter dem Espace erkannte und die Verkaufszahlen Raketen-artig nach oben gingen. Die erste Espace-Generation verkaufte sich knapp 192.000 Mal, die folgenden Generationen II, III und IV jeweils mehr als 300.000 Mal. Bis zum heutigen Tag sind rund 1,2 Millionen Espace vom Band gelaufen.

Den Ruhm, das Minivan-Segment begründet zu haben, muss sich der Espace allerdings teilen: Schon 1983 brachte Chrysler den Voyager auf die Straße. Zuerst lief das frontgetriebene Familiengefährt unter verschiedenen Namen bei den Brot- und Butter-Marken Dodge und Plymouth vom Band. Erst 1991 kam der Chrysler Voyager nach Europa. Da hatte der Espace aber das Marktsegment, das er sich selbst geschaffen hatte, bereits fest im Griff. Modelle der ersten Serie (ab 1984) sind heute rar geworden, die meisten wurden als Familienkutsche, Shuttle-Bus oder Transporter verschlissen.

Auch unser Fotomodell hat bereits und 120.000 Kilometer auf dem Buckel. Aus den verblichenen Kunststoff-Armaturen dringt eine Symphonie von Knarzgeräuschen. Die gelbgrün gemusterten Stoffbezüge, die im Design irgendwie an ausgeblichene Küchenhandtücher erinnern, haben ihre besten Zeiten schon lange hinter sich.

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