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Autokauf:Versandhandel mit fraglicher Zukunft

Der Verkauf von Autos über das Internet durch Versandhäuser wird nach Ansicht eines Experten nur eine vorübergehende Erscheinung bleiben.

Andernfalls würden die Hersteller ihren Händlern den wirtschaftlichen Boden unter den Füßen wegziehen, sagte Wolfgang Meinig, Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Bamberg, in einem dpa-Gespräch.

Er gehe zudem nicht davon aus, dass renommierte Hersteller an Versandhäuser lieferten. Diese setzten vielmehr weiter auf eine enge Händler-Kundenbindung. Meinig ist davon überzeugt, dass es sich beim Verkauf von Autos über Versandhäuser um "temporär angekündigte Aktionen" handelt.

Probefahrt und Kulanzleistungen durch Händler

Die Kundenbindung werde sich bei diesen Aktionen ausschließlich über den Preis abspielen. Im Gegensatz dazu müssten Vertragshändler hohe qualitative Standards der Hersteller erfüllen. "Die Probefahrt und die Beratung bleiben wohl den Autohändlern überlassen, ebenso die Garantie- und Kulanzleistungen", erklärte Meinig.

Automobiles Durchschnittsalter bei acht Jahren

Selbst bei Rabatten von bis zu 5000 Euro, wie vom Versandhandel angekündigt, ist nach Meinigs Überzeugung nicht damit zu rechnen, dass mehr Autos verkauft werden. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Deutschland sei auf fast acht Jahre angestiegen.

Meinig gab außerdem zu bedenken, dass beim Kauf über den Versandhandel bislang nicht die Fragen der Wartung und des Kundendienstes geklärt seien. Zudem könne das bisherige Fahrzeug als Gebrauchtwagen nicht in Zahlung gegeben werden. "Mit Zeitungsannoncen beim Verkauf seines bisherigen Autos ist man zurzeit wenig erfolgreich."

(sueddeutsche.de / dpa)

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