Autoindustrie im Wandel Diät für Benziner

Moderne Hybridantriebe zeichnen sich durch geringen Verbrauch und eine hohe Leistung aus. Für den Massenmarkt sind die spritsparenden Fahrzeuge aber noch zu teuer.

Von Von Joachim Becker

Umweltschutz ist schick. Jeder vierte Kunde sei bereit, ein Auto mit Hybridantrieb zu kaufen und bis zu 3000 Euro mehr dafür auszugeben, heißt es in einer aktuellen Studie des Reifenherstellers Continental. Auch DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche hat das "premium-ökologische Segment" als neuen Trend ausgemacht.

Lexus LS 600 h: Die Luxuslimousine erreicht eine Systemleistung von circa 330 kW/450 PS. Als Hightech-Alternative für Hochleistungsautomobile kann der Hybrid seine hohen Kosten leichter kaschieren.

(Foto: Foto: Hersteller)

Der Beweis für den grünen Bewusstseinswandel steht allerdings noch aus. Momentan sind deutsche Autokäufer weder mit großzügigen Rabatten noch mit spritsparenden Modellen zu locken. Hybrid-Fahrzeuge verkaufen sich in homöopathischen Mengen von einigen Tausend Stück, auch vom Passat Blue Motion plant VW jährlich nur 10.000 Verkäufe. Spritsparen und Umweltschutz findet jeder gut, nur verzichten möchte halt keiner. Tatsächlich ließe sich manche persönliche CO2-Bilanz mit dem Kauf eines neuen Wagens verbessern - ohne beim Spaß auf die Bremse treten zu müssen.

Der Beweis für den grünen Bewusstseinswandel steht noch aus

"Leute, kauft Hybrid-Autos von Toyota!", hat Grünen-Fraktionschefin Renate Künast gefordert. Doch dem Klima ist kein bisschen geholfen, wenn potentielle Dieselkunden auf Hybrid-Autos umsteigen. In den Vergleichstests diverser Fachzeitschriften schneiden neue Dieselfahrzeuge bei den Verbrauchswerten besser ab als Hybrid-Benziner. Moderne Selbstzünder haben in allen Leistungsklassen entscheidend dazu beigetragen, dass der Gesamtverbrauch deutscher Neuwagen heute 25 Prozent geringer ist als 1990. Richtig ist aber auch, dass der Dieselboom nicht dauerhaft anhalten wird. Experten zufolge wird der Anteil von Selbstzündern an der europäischen Neuwagenflotte bei 50 bis 60 Prozent stagnieren. Folglich brauchen die Ottomotoren eine Diät - noch verbrauchen sie mindestens ein Viertel mehr als Dieselantriebe.

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