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Auto versichern:Garagenstellplatz und Selbstbeteiligung

Der Beitrag in der Kfz-Versicherung hängt desweiteren von vielen sogenannten "weichen" Faktoren ab, also Kriterien, welche die Versicherungen selbst festlegen. Wie weit man sie nutzt, um den eigenen Beitrag zu senken, sollte gut überlegt sein. Denn nicht immer sind die vertraglichen Bindungen in der Praxis auch sinnvoll.

So wollen die meisten Versicherungen wissen, wer das Fahrzeug fährt und wie alt die Fahrer sind. Der Beitrag wird günstiger, wenn die Zahl der Nutzer möglichst klein und ihr Alter über 23 Jahren liegt. Einen solchen Rabatt zu nutzen, macht für viele Versicherungsnehmer Sinn - allerdings darf man nicht vergessen, Änderungen umgehend zu melden. Beispiel: Die 18-jährige Tochter hat gerade ihren Führerschein gemacht und will nun natürlich das Familienauto fahren. Der Vertrag sieht aber nur die Eltern als Fahrer vor. Passiert ein Unfall, wird die Versicherung den Schaden zwar regulieren - anschließend möglicherweise aber eine Vertragsstrafe erheben und außerdem den Beitrag erhöhen.

Ähnlich sieht es mit der jährlichen Fahrleistung aus: Je mehr Kilometer gefahren werden, desto höher wird in den Augen der Versicherung das Unfallrisiko. Deshalb belohnt sie Wenigfahrer mit niedrigeren Beiträgen. Auch hier gilt: Ändert sich das Fahrverhalten, weil man beispielsweise für die Fahrt zur Arbeit nicht mehr die S-Bahn, sondern das Auto nimmt, muss das der Versicherung gemeldet werden.

Rabatt gewähren viele Versicherer, wenn das Auto einen Stellplatz in einer Garage hat - schließlich sinkt damit die Gefahr von Unwetterschäden, Marderbiss oder Vandalismus. Wer den Garagenvorteil in Anspruch nimmt, muss den Unterstellplatz dann allerdings auch wirklich regelmäßig über Nacht nutzen. Wo das Auto tagsüber steht, spielt keine Rolle.

Sparen kann auch, wer etwas Geld für alle Fälle auf der hohen Kante hat. Denn in der Voll- und Teilkaskoversicherung besteht die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren, also einen Anteil, den der Versicherungsnehmer bei der Reparatur eines Schadens selbst übernimmt. Gängig ist eine Selbstbeteiligung von 150, 300, 500 oder 1000 Euro je Schadensfall. Je höher die Selbstbeteiligung ist, desto günstiger fällt der Versicherungsbeitrag aus. Weiterer Vorteil: Ist mit dem Eigenanteil der Schaden bereits komplett beglichen, behält der Versicherte seine Schadenfreiheitsklasse und wird nicht zurückgestuft.

Eine Werkstattbindung kann ebenfalls Rabatte bringen. Sie verpflichtet den Autofahrer, einen Schaden grundsätzlich nur in einer Partnerwerkstatt der Versicherung reparieren zu lassen. "Vor allem bei Neu- und Leasingfahrzeugen ist vorher aber die Frage zu klären, ob die Garantieansprüche an den Hersteller in Gefahr geraten, wenn das Auto nicht in einer Vertragswerkstatt instand gesetzt wird", sagt Versicherungsexperte Grieble und ergänzt: "Man sollte genau abwägen: Wie viel ist mir die Freiheit wert, meine Werkstatt selbst auszuwählen?"

© Süddeutsche.de/dd/goro
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