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Audi Q7 im Fahrbericht:Der Koloss will sozialverträglich werden

Der Audi Q7 im Test

Der Audi Q7 ist wesentlich leichter geworden. Trotzdem wiegt nur die Basisversion unter zwei Tonnen.

(Foto: MARCUS WERNER; Audi)

Der Audi Q7 ist noch immer groß, aber deutlich leichter als zuvor. Das bringt viele Vorteile. Kein SUV ist so handlich, komfortabel und vollgestopft mit Technik. Doch das treibt den Preis in absurde Höhen.

Seit fast zehn Jahren ist der Audi Q7 auf dem Markt. Und seitdem steht er exemplarisch für vieles, was falsch läuft im modernen Autobau. Er ist einer dieser Geländewagen, die so gut wie nie abseits befestigter Straßen bewegt werden und immer beliebter werden. Der stattdessen mit seiner schieren Größe von 5,09 Metern und fast zwei Metern Breite Innenstädte verstopft. Und mit Motoren ausgerüstet ist, die bis zu zwölf Zylinder und sechs Liter Hubraum haben. Die deshalb viel Sprit verbrauchen, weil sie ein nicht gerade windschnittiges und bis zu 2,7 Tonnen schweres Auto bewegen müssen. Beliebt war der Q7 deshalb vor allem bei denen, die ihn selbst fuhren. Viele andere hätten gut auf ihn verzichten können.

Audi ging es deshalb beim im Juni anstehenden Modellwechsel vor allem darum, sein großes SUV sozialverträglicher zu machen. Mit dem klaren Auftrag an das Designteam, die Karosserie des neuen Q7 so zu proportionieren, dass er kompakter wirkt als sein Vorgänger.

Audi Q7

Immer noch der Größte

Auf Fotos sieht der in Bratislava gebaute Audi tatsächlich schlanker aus als zuvor. Erst wer ihn in natura erblickt, merkt, dass er kaum kleiner geworden ist. Mit 5,05 Meter Länge, 1,97 Meter Breite und 1,74 Meter Höhe überragt er selbst die Geschwistermodelle VW Touareg und Porsche Cayenne. Dafür ist er "bis zu 325 Kilogramm leichter geworden", wie die Mitglieder der Audi-Mannschaft bei der Präsentation in der Schweiz immer wieder betonen. Doch angesichts der stattlichen Dimensionen hat die Diät Grenzen. Nur die Basisversion mit fünf Sitzen und Grundausstattung wiegt weniger als zwei Tonnen - wenn kein Fahrer an Bord ist.

Sechs Zylinder, drei Liter Hubraum

Audis Bemühen, den Q7 nicht als automobilen Klimakiller erscheinen zu lassen, drückt sich auch in der Motorenpalette aus. Mehr als sechs Zylinder und drei Liter Hubraum gibt es vorerst nicht. Der 3.0-TDI-Motor leistet 272 PS, der gleichgroße Turbobenziner kommt auf 333 PS. Mit maximalen Drehmomenten von 440 (Benziner) und 600 Newtonmeter (Diesel) ziehen beide Motoren den Q7 souverän nach vorne. Der Benziner schafft den Null-auf-Hundert-Sprint in 6,1 Sekunden und fährt maximal 250 km/h schnell, der Diesel ist mit 6,3 Sekunden und 234 km/h kaum langsamer.

Welchen Motor man wählt, entscheidet der eigene Geschmack oder Geldbeutel. Der Ottomotor dreht ambitionierter, der Diesel bietet dafür mehr Durchzugsstärke im unteren und mittleren Drehzahlbereich und ist potenziell zwei Liter sparsamer (5,7 statt 7,7 Liter Normverbrauch). Stichwort sparsamer: Im Laufe des Jahres reicht Audi eine zweite Variante des 3.0-TDI-Triebwerks mit 218 PS nach. Der Hersteller verspricht bei dieser Modellversion einen Durchschnittsverbrauch von 5,5 Liter - ein Wert, der selbst bei vorbildlicher Fahrweise durch die streng tempolimitierte und -überwachte Schweiz nicht zu erreichen war. Wer sich zügelt, erreicht eine "6" vor dem Komma. Dafür fühlt sich der nominell schwächere Diesel kaum so an. Auch er ist ein standesgemäßer Antrieb für den Q7, befähigt das SUV zu spritzigen Überholmanövern und flotten Autobahnfahrten.

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Handlich und komfortabel

Bis hierhin liefert der neue Q7 Erwartbares. Positive Überraschungen gelingen ihm in zwei Bereichen: bei der Handlichkeit und beim Fahrkomfort. Ersteres macht sich auf den engen Serpentinen im schweizerischen Wallis bemerkbar, deren enge Kehren der Fünf-Meter-und-zwei-Tonnen-Koloss ohne große Ausholbewegungen meistert. Mitverantwortlich dafür ist neben der leichtgängigen und exakten Lenkung die in kleinen Winkeln mitlenkende Hinterachse, die 1150 Euro Aufpreis kostet und das Heck vehement in die Kurven drückt. Letzteres zeigt sich vor allem mit der Luftfederung für 2050 Euro - auf Schlaglöchern ebenso wie bei Querfugen oder anderen Gemeinheiten, die eine Straße manchmal zu bieten hat. Das Fahrwerk dämpft alles weg und verschont die Insassen mit Unannehmlichkeiten. Ist der Asphalt eben, verwöhnt der Q7 mit der Ruhe von sehr sanft abrollenden Reifen und kaum vernehmbaren Motor- oder Windgeräuschen.

Erstaunlich ist, dass sich der große Audi sein Komfortniveau nicht durch ein schwammiges Fahrverhalten erkauft. Unabhängig von der gewählten Abstimmung bleibt der Q7 immer stabil, wankt weder in schnellen noch in engen Kurven und liegt unerschütterlich auf der Straße. Will man dem SUV etwas vorwerfen, dann die geringe Spreizung der Fahrmodi. Unterschiede zwischen der Effizienz-, Komfort- und Dynamikeinstellung zeigen sich hauptsächlich beim Drehzahlniveau und dem Ansprechverhalten auf Gaspedalbefehle. Differenzen im Fahrwerk oder in der Lenkung sind kaum spürbar.