bedeckt München 16°

Alternative Antriebe:Fehlende Infrastruktur bremst Elektroautos

Elektroauto, Elektromobilität

Bis zur großflächigen Verbreitung von Elektroautos ist es noch ein weiter Weg - sagt eine aktuelle Studie von Roland Berger.

(Foto: dpa)

Teure Herstellung, mangelnde Infrastruktur, geringe Reichweite: Es wird noch dauern, bis sich Elektroautos durchsetzen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Unternehmensberater von Roland Berger. Ob Deutschland so zum Leitmarkt für E-Mobilität werden kann?

Die Elektromobilität kommt einer Analyse zufolge nicht richtig in Schwung. Es gebe noch viele ungelöste Probleme, wie aus dem "Index Elektromobilität" der Beratungsgesellschaft Roland Berger Strategy Consultants und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen hervorgeht.

Die Herstellung von Elektrofahrzeugen sei für die Autohersteller immer noch finanziell unattraktiv. "Beim Verkauf von Elektrofahrzeugen realisieren Automobilhersteller viel geringere Deckungsbeiträge als beim Verkauf von Autos mit konventionellem Antrieb", heißt es. Der Index vergleicht die Wettbewerbsposition der sieben führenden Automobilnationen, dies sind Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea in der E-Mobilität.

Bessere Batterien frühestens von 2020 an

Ungelöst sei außerdem das Problem der mangelnden Infrastruktur für E-Mobilität. Die eingeschränkte Reichweite der Elektrofahrzeuge werde sich voraussichtlich erst nach 2020 durch effizientere Speichertechnologien verbessern. Unter den einzelnen Ländern halte Südkorea im Technologiebereich weiterhin die Spitzenposition. Danach folge Deutschland. In allen untersuchten Ländern sinke die öffentliche Förderung für Forschung und Entwicklung im Bereich der Elektromobilität, mit Ausnahme von China.

Das Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 eine Million E-Autos in Deutschland auf die Straße zu bringen. 2012 aber wurden nur knapp 3000 Elektro-Autos neu zugelassen. In der EU herrscht derzeit ein Streit über strengere CO2-Grenzwerte, dabei geht es auch um die Anrechnung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. In einem am Dienstag bekanntgewordenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel warnte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, vor "überzogenen" CO2-Regulierungen in Europa sowie indirekt vor dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Lesen Sie hier, was VDA-Präsident Matthias Wissmann im SZ-Gespräch zum Start des Elektroautos sagt.

Am kommenden Montag findet in Berlin eine Konferenz der Bundesregierung zur Elektromobilität statt. Politiker und Vertreter der Industrie diskutieren vor allem die Pläne der Regierung ("Plattform Elektromobilität"), bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu holen. Lesen Sie hierzu mehr auf Süddeutsche.de.

© Süddeutsche.de/dpa/goro/ihe

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite