Süddeutsche Zeitung

Abgasskandal:Schummelsoftware im VW Touareg entdeckt

  • Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat gleich zwei verbotene Abschalteinrichtungen im VW Touareg nachgewiesen.
  • Es handelt sich um Fahrzeuge mit dem nach Abgasnorm Euro 6 zugelassenen 3.0-TDI-Motor, der von Audi entwickelt wurde.
  • Das KBA hat einen Rückruf von weltweit 57 600 Autos angeordnet.

Ein Drei-Liter-Turbodiesel mit sechs Zylindern beschert dem VW-Konzern weiterhin Ärger. Porsche musste bereits im Juli europaweit 22 000 Cayenne-Exemplare zurückrufen, 7500 davon in Deutschland, die mit diesem von Audi entwickelten Motor ausgerüstet sind. Nun trifft es die Kernmarke Volkswagen.

Das Flensburger Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wies bei der Überprüfung des VW Touareg bei diesem Motor gleich zwei unzulässige Abschalteinrichtungen nach. Die Behörde habe deshalb bereits am 8. Dezember einen Rückruf von weltweit 57 600 Fahrzeugen, davon 25 800 in Deutschland, angeordnet. Dabei handelt es sich ausschließlich um Autos, die nach der Abgasnorm Euro 6 zertifiziert sind und demnach einen Stickoxidausstoß von höchstens 80 Milligramm pro Kilometer haben dürften.

Dem KBA zufolge springe bei diesen Fahrzeugen eine Funktion, die durch Aufwärmen des Abgassystems die Schadstoffe verringern soll, zwar während der genormten Prüfstandsmessung an. Im realen Verkehr sei die Funktion dagegen überwiegend ausgeschaltet. Außerdem sei bei Fahrzeugen mit SCR-Katalysator, der eigentlich die Abgase von giftigen Stickoxiden reinigen soll, dessen Wirksamkeit unzulässig außer Kraft gesetzt worden. SCR-Katalysatoren verwenden Adblue, eine Harnstofflösung, die Stickoxide in Dieselabgasen neutralisiert. Der überprüfte VW Touareg habe Adblue jedoch nur eingeschränkt eingespritzt - wobei dies nach Aussage des Unternehmens nur dann der Fall ist, wenn die Flüssigkeit zur Neige geht und die entsprechende Warnlampe aufleuchtet.

Volkswagen hatte vor gut zwei Jahren zugegeben, Dieselabgaswerte durch eine Software manipuliert zu haben. Davon sind weltweit etwa elf Millionen Fahrzeuge betroffen.

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SZ.de/rtr/harl/kaeb
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