Abgasskandal:Hardware-Umrüstungen für Diesel funktionieren doch

Jedes siebte deutsche Auto in neuen Ländern gebaut

Sauber per Aufpreis: Für viele deutsche Automodelle liegen Abgasreinigungsanlagen in den Regalen.

(Foto: Jan Woitas/dpa)
  • Bisher behauptete die Industrie, dass Hardware-Nachrüstungen für dreckige Diesel kaum möglich wären - und wollte das Problem mit Software-Updates regeln.
  • Nun zeigt der ADAC, dass sich die geforderten Systeme schon seit Jahren in den Ersatzteilkatalogen vieler deutscher Hersteller befinden.
  • Die Hälfte der deutschen Dieselautos fahren mit Euro 5-Motoren. Würden davon viele nachgerüstet, wäre an den Straßen wohl bald ein Effekt messbar.

Von Max Hägler

Die Automanager haben es so oft wiederholt, dass es bald alle glaubten: Nein, man könne nicht irgendwelche Abgasreinigungsanlagen unter Diesel-Autos schrauben, auf dass sie weniger Schadstoffe ausstoßen und die Städte lebenswerter werden. Das geht so nicht, hieß es etwa auf dem Diesel-Gipfel zu dieser Sache, die unter dem Stichwort "Hardware-Nachrüstung" bekannt wurde. "Eine Umsetzung wäre langwierig", erzählte der VDA, der Lobbyverband der Hersteller: Am Wagenboden sei kein Platz für neue Tanks und Rohre, und überhaupt müsste das alles getestet und genehmigt werden. Zu viel Arbeit. Oder wie Volkswagen-Chef Matthias Müller sagte: "Ich möchte meine Ingenieure zukunftsorientiert arbeiten lassen."

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