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Abgas- und CO₂-Affäre:Wie VW-Kunden jetzt reagieren sollten

VW-Motor EA 189

Verursacher (fast) aller Probleme, mit denen VW derzeit kämpft: der EA-189-Dieselmotor mit Manipulations-Software.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Während sich der Manipulationsskandal ausweitet, kommen immer mehr Autofahrer und Aktionäre ins Grübeln. Was Sie wissen müssen.

Die Manipulationsaffäre bei Volkswagen ist die schlimmste Krise, die der Konzern je erlebt hat. VW muss sich auf Strafen, Klagen und Kosten für technische Nachbesserungen in Milliardenhöhe einstellen. Die Mitarbeiter fürchten um ihre Jobs. Aber nicht nur im Unternehmen ist die Unruhe groß - auch Autobesitzer und Anleger sind verunsichert. Was sie wissen sollten.

Wie findet man heraus, welche Autos betroffen sind?

Die Marken VW, Škoda, Audi und Seat halten auf ihren Internetseiten Programme bereit, mit denen Autobesitzer mit wenigen Klicks überprüfen können, ob das eigene Fahrzeug von der Dieselmanipulation betroffen ist. Allerdings gilt das nicht für die falschen CO₂-Werte.

Kann man das Auto umtauschen?

Da stehen genaue Informationen noch aus. Ist das Auto von den manipulierten Abgaswerten oder den geschönten Verbrauchsangaben betroffen, liegt ein Mangel am gekauften Fahrzeug vor. Kunden können verlangen, dass dieser Mangel behoben wird. Das soll durch den Rückruf, der Anfang 2016 starten soll, der Fall sein. "Sollte dies fehlschlagen oder unzumutbar sein, besteht prinzipiell die Möglichkeit, innerhalb einer Zweijahresfrist vom Kaufvertrag zurückzutreten, indem das Fahrzeug zurückgegeben und der Kaufpreis abzüglich eines Nutzungsersatzes erstattet wird", sagt Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dafür muss der Mangel aber als erheblich eingestuft werden, was noch nicht geklärt ist. Oder man muss VW der arglistigen Täuschung überführen, was eine Rückabwicklung des Kaufes nach sich ziehen würde. Auch der Kaufpreis lässt sich grundsätzlich mindern.

Kann der Spritverbrauch steigen?

Motorexperten halten es für möglich, dass durch die Nachbesserungen am Abgassystem des EA-189-Motors der Kraftstoffverbrauch steigt und die Leistung des Motors sinkt. Beides hätte einen geringeren Wiederverkaufswert zur Folge. Auf diesen Kosten könnten die Kunden sitzen bleiben. "Aufgrund der aktuellen Rechtslage wäre VW nicht verpflichtet, für derartige Folgekosten aufzukommen", sagt Richter.

Drohen Steuernachzahlungen?

Durchaus - es scheint aber unwahrscheinlich, dass diese Kosten bei den Fahrzeughaltern hängen bleiben werden. Verkehrsminister Alexander Dobrindt forderte bereits, dass VW bei Nachforderungen einspringen müsste. (siehe Kasten)

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