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25 Jahre Navigationssystem:Die Hoffnungen liegen auf dem autonomen Fahren

iPhone mit Navigations-App

Smartphones mit Navigations-App lassen sich immer besser in die Elektronik des Autos einbinden.

(Foto: imago stock&people)

Die Schweizer Firma Garmin betont: "Das Geschäft mit Navigationsgeräten steht wegen leistungsfähiger Smartphone-Anwendungen unter hohem Druck." Garmin verkaufte im dritten Quartal 2014 zum wiederholten Mal weniger Navis als zuvor. Der Umsatz in diesem Segment sank um fünf Prozent. Auch bei der Branchengröße TomTom schrumpft das Geschäft, zumindest bei tragbaren Navis zum Befestigen im Wageninneren. Die Umsätze sind dort bereits "seit einigen Jahren" rückläufig, wie die jüngste Bilanz festhält.

Doch ein Zukunftsthema, dem sich die meisten Autohersteller derzeit intensiv widmen, lässt das Navi wieder verstärkt ins Spiel kommen: Das autonome Fahren, das ohne detaillierte Karten nicht funktionieren kann. Daher arbeitet TomTom hier eng mit Bosch und Volkswagen zusammen und deshalb entwickelt Autozulieferer Continental gemeinsam mit Nokia hochpräzise Karten für Fahrzeuge mit Autopilotenfunktion.

Navis blicken in die Zukunft

Bis Autos tatsächlich selbständig fahren, wird es mindestens bis 2020 dauern. Schon vorher geht es darum, das Internet ins Auto zu bringen und viele Systeme miteinander zu vernetzen. Autos tauschen in Echtzeit Informationen mit lokalen Datenwolken aus, den sogenannten Clouds, mit denen auch die Navigationsgeräte immer stärker verschmelzen. Continental kooperiert dabei mit dem IT-Riesen IBM, um die Fahrer auf Wetter, Unfälle oder Staus vorzubereiten - weit mehr als nur Navigation also. Continental-Vorstand Helmut Matschi spricht von "einem Blick in die Zukunft". So könnten sich Fahrzeug und Fahrer "frühzeitig auf die kommende Strecke einstellen und aktiv den Verbrauch reduzieren". In Zeiten immer strengerer EU-Abgasvorgaben ist das zukunftsträchtig.

Wie Conti arbeitet auch der Pionier Bosch am elektronischen Horizont, in den das Navi integriert ist. Der meldet dann Gefahren wie etwa eine vereiste Brücke oder Stauenden, optimiert mit Hilfe von 3D-Streckenprofilen sogar Schaltwege, warnt vor Kurven, die für das aktuelle Tempo zu eng sind, oder lotst den Fahrer bei Bedarf zur billigsten Tankstelle.

Der Innenraum des Mercedes S 500 Plug-In-Hybrid.

Mithilfe seines Navis regelt der Mercedes S 500 Plug-In-Hybrid intelligent seinen Battieriehaushalt.

(Foto: Daimler AG)

Einige solcher Funktionen haben es bereits in die Serie geschafft. So steuert der Mercedes S 500 Plug-In-Hybrid vorausschauend sein Batteriemanagement. Zeigt das Navi beispielsweise einen Zielort in einer Stadt an, bewahrt sich die Limousine ohne Zutun des Fahrers genug Energie im Akku, um die letzten Kilometer in der City rein elektrisch zurücklegen zu können. Noch arbeitet die intelligente Navigationstechnik nur in einer mindestens 110 000 Euro teuren Oberklasselimousine. Doch sie wird ganz sicher auch in deutlich günstigeren Fahrzeugen kommen - und das wird keine weiteren 25 Jahre dauern.

© SZ.de/dpa/harl/beu/mikö

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