bedeckt München 23°
vgwortpixel

24 Stunden von Le Mans:15 Sekunden schneller pro Runde

Ein Blick auf die Historie macht deutlich, welcher Gewinn an Effizienz bei größtmöglichem technischen und finanziellen Einsatz möglich ist. Zum Vergleich: Der Audi R18 für das diesjährige Rennen in Le Mans kommt auf eine Systemleistung von knapp 1000 PS, dazu steuert der Vierliter- V6-Diesel 514 PS bei, das Hybridsystem noch einmal 476 PS. Gegenüber dem ersten Audi-Diesel in Le Mans aus dem Jahr 2006 begnügt sich das komplett überarbeitete Triebwerk aber mit zehn Prozent weniger Treibstoff, trotzdem ist das Auto um zehn bis 15 Sekunden pro Runde schneller als seinerzeit.

Und was hielten die Fahrer vom Diesel auf der Piste? "Vom Mega-Schubs von 1000 Newtonmeter Drehmoment schwärmen die heute noch", sagt Ullrich und schmunzelt, "das größte Problem für die Fahrer war aber, dass sie den Motor nicht gehört haben. Bisher hatten ihnen die Benziner so in die Ohren gebrüllt, dass sie weder einen Drehzahlmesser gebraucht haben, noch sonst was - weil, des haben's eh' gehört. Beim Diesel haben sie nicht mal gemerkt, ob der überhaupt läuft. Das lag an der Mechanik und an den geringen Drehzahlen. Und auch daran, dass wir beim ersten V12 zwei große Partikelfilter eingebaut hatten, die noch mal Geräusch weggedämpft haben. Das ist bis heute weg".

McLaren Legendäres Formel-1-Team will Porsche Konkurrenz machen
McLaren

Legendäres Formel-1-Team will Porsche Konkurrenz machen

McLaren produziert Flitzer für reiche Auto-Enthusiasten. Jetzt will der Chef die Produktion verdoppeln. Der Markt für Sportwagen ist lukrativ.   Reportage von Björn Finke

Dafür profitiert bis heute der ganz normale Diesel. " Für die Serie haben wir unheimlich viel gelernt, " resümiert Sportchef Ullrich, "von der Einspritztechnik her über die hohen Drücke, die wir im Motorsport fahren, und die sich die Zulieferer anfangs gar nicht zugetraut haben." Die Zerstäubung des Kraftstoffs vor der Verbrennung sei ein "immens wichtiger Faktor" für die Leistung, die Nutzung der Energie im Kraftstoff und fürs Umweltverhalten, so Ullrich. "Auch was wir über Brennverfahren und Brennraumformen lernen, kann man eins zu eins im Serienbau verwenden. Ein gutes Beispiel dafür, dass Motorsport ein Labor für den Serienbau sein kann", zieht der Sportchef Bilanz.

"Das ist unsere größte Herausforderung in diesem Jahr"

Am neuen, mit seinen weit nach vorn gezogenen Kotflügeln und der schmalen Fahrerkabine ziemlich spacig dastehenden R18 hat Audi übrigens so gut wie nichts so gelassen, wie es beim Vorgänger war. Radikales Aerodynamik-Konzept, Getriebe, Motor, Hybridsystem, Fahrwerk, Kühlung - alles neu, um maximale Effizienz hinzubekommen. "Das ist unsere größte Herausforderung in diesem Jahr," stellt Ullrich klar. "Wir sind eine Energieklasse nach oben gegangen und mussten deshalb das Speichersystem für die elektrische Energie wechseln. Eine kompetitive Rennbatterie für die Anforderung eines 24-Stundenrennens zu entwickeln und außerdem das komplette Auto neu zu machen, das war schon eine sehr große Aufgabe." Gegner Porsche konnte derweil auf dem Siegerauto von 2015 aufbauen.

In diesem Jahr dürften Audi, Porsche und Toyota den Sieg unter sich ausmachen. Eng wird es in jedem Fall. Wolfgang Ullrich: "Am Ende der Vortests lagen die vier besten Autos gerade mal sechs Zehntel einer Sekunde auseinander - bei einer Rundenzeit von etwas mehr als 200 Sekunden." Ein Rennen auf der letzten Rille also, und das 24 Stunden lang.

Elektromobilität Dieser Ferrari fährt rein elektrisch Bilder

Electric GT

Dieser Ferrari fährt rein elektrisch

Der Kalifornier Eric Hutchinson hat Magnums Dienstwagen in ein Elektromobil verwandelt. Das hat sogar mehr Leistung als das Original.